Warum mich die 5. „The Bold Type“-Staffel enttäuscht hat – und das Serienfinale mehr verdient hätte

+++ Der folgende Artikel enthält Spoiler zur 5. „The Bold Type“-Staffel +++

„Hmm… ich bin irgendwie nicht so ein Fan von ‚The Bold Type‘!“ – Als mir eine meiner Herzladys neulich im Gespräch diesen Satz entgegenschleuderte, musste ich erst einmal wild artikulierend protestieren: „Waaaas?! ‚The Bold Type‘ ist ja wohl einfach mal SO eine krass gute Serie“, haute ich ihr direkt um die Ohren. Und das meine ich auch wirklich so. Die ersten Staffeln inhalierte ich quasi in einem Zug. Und das nicht nur, weil „The Bold Type“ fast schon das moderne, zeitgemäße Pendant zu „Sex and the City“ ist (mit dem ganzen New-York-Fashion-Lifestyle-Kram und so), sondern weil die Serie wichtige Themen anspricht. Von #meetoo, Feminismus, dem Finden der eigenen Sexualität über Online-Mobbing, Brustkrebs bis hin zu Rassismus – „The Bold Type“ machte die Tabu-Schubladen bisher immer weit auf, setzte den Fokus auf sensible Themen und erzählte Geschichten, die unter die Haut gehen. Klar, schicke Cocktail-Partys, immer top gestylte Menschen und das ganze andere Zeug drumherum durften natürlich ebenfalls nicht fehlen – alles eben ein wenig auf Hochglanz poliert, wie für solche Serien typisch (deswegen by the way auch der Kommentar von meiner Freundin) –, doch das störte mich irgendwie nie sonderlich doll. Ich konnte mich trotzdem jedes Mal ein wenig in den Geschichten von Sutton, Jane und Kat verlieren. Drei tolle, selbstbewusste Frauen, die ihren Weg gehen, mutig sind und ihren Träumen nachjagen – das ist der Vibe, der beim Schauen einfach Spaß macht. Oder eben berührt, wenn es mit den Topics mal in die Tiefe geht. Und genau deswegen freute ich mich auch ultra krass auf die 5. „The Bold Type“-Staffel, die seit kurzem endlich bei Amazon Prime zu streamen ist. Können wir bitte einmal kurz heulen, weil es die finale Staffel sein wird?!!! 😭

Sechs Folgen „The Bold Type“ sind kein würdiges Finale…

Denn ja, über diese Sache bin ich extrem heartbroken, obwohl ich die letzte Season tatsächlich mit Abstand am schwächsten von allen fand. Jep. Wenn ich ehrlich bin, war ich sogar ein bisschen geknickt. Weil mein kleines verliebtes „The Bold Type“-Herz natürlich das perfekte Ende für unsere kleine Liebesbeziehung wollte. Doch wie es eben so oft ist mit zu großen Erwartungen, kann man schnell mal enttäuscht werden…

Und das lag sicher unter anderem auch daran, weil diese Staffel einfach nur SECHS (und nicht wie sonst eigentlich zehn) Episoden hat. Gut, dafür gab’s in S4 zwar 16 Folgen, doch diese Tatsache konnte die Dinge in Staffel 5 trotzdem nicht ausgleichen. Denn eigentlich gab es für diese sechs kleinen Episoden noch viel zu viel zu erzählen. Was dazu führte, dass alles total überhetzt wirkte. So als müsste man Themen und Storys nun auf Zwang zu Ende bringen und halt irgendwie noch in diese nur sechs verbliebenen Folgen quetschen. Und ich kann mich gerade nicht mehr genau erinnern, ob es die vorletzte oder letzte Folge war, aber dadurch überschluuuuugen sich die Events quasi am laufenden Band, was einige Ereignisse etwas unrealistisch wirken ließ.

Nur ein Beispiel: Sutton und Richard. Versteht mich nicht falsch, ich liebe, liebe, LIEBE die Zwei. Und es hat mir das Herz gebrochen, als Richard die Schönheit am Ende der letzten Staffel verlassen hat. Denn wir erinnern uns: Er wollte Kinder haben, sie nicht.

Das war hart zu verkraften. Doch irgendwie war ihre Geschichte eben auch eine Geschichte, die es so wahrscheinlich en masse im echten Leben gibt. Manchmal passen die Lebensentwürfe und Träume zweier Menschen nicht zusammen, egal, wie groß die Liebe auch ist. Auch wenn Sutton und Richard über das Thema Kinder vielleicht schon mal hätten sprechen können, bevor sie heiraten… aber das ist hier jetzt nicht der Punkt. Denn in der letzten Staffel kann man Sutton eben dabei zuschauen, wie sie sich da irgendwie rauskämpft und langsam wieder auf die Spur kommt… und dann taucht Richard auf (eigentlich um die Scheidungspapiere unterschreiben zu lassen) und plötzlich ist alles wieder gut. Sie landen im Bett (kann passieren, ja), merken, dass sie nicht ohneeinander können (auch das mag sein) und entscheiden sich dann aber irgendwie an gefühlt zwei Tagen, es wieder miteinander zu versuchen. Richards Kinderwunsch (was halt ein Riesending ist) wirkt plötzlich wie weggefegt. Versteht mich nicht falsch, auch so etwas kann vielleicht passieren (Prioritäten ändern sich, idk), aber eben nicht in zwei Tagen. Und das ist das Ding: Man hätte die Geschichten aus dieser finalen Staffel locker noch auf weitere Folgen ausdehnen können (und ja, irgendwie auch müssen), damit sie weiterhin authentisch wirken. Das gilt auch für Suttons offensichtliches Alkoholproblem oder das Thema Fast Fashion, das mal kurz nebenbei angeschnitten und ja tatsächlich aktueller und wichtiger denn je ist. Ich frage mich übrigens gerade, ob ich mittlerweile etwas abgestumpft bin. Denn vor fünf Jahren hätte ich so ein Happy End wie das von Sutton und Richard wahrscheinlich noch bis ins Endlose abgefeiert. 😅

Aber gut, so ist das. Und wie gesagt, viele Ereignisse kamen in dieser Staffel einfach zu schnell und waren dadurch teilweise nicht so ganz nachvollziehbar. Auch die Sache mit Jane und Kat am Ende. Dazu also auch kurz noch mal ein paar Worte. Zu allererst: Ich liebe es, dass Jane sich am Ende dafür entscheidet, die Nachfolge von Jacqueline nicht anzutreten, weil sie das Schreiben einfach viel zu sehr liebt. Und das würde logischerweise zu kurz kommen als Boss von Scarlet. Gerade als Redakteurin kann ich diesen Move sooo sehr verstehen. Aber das Ding, dass Jacqueline dann plötzlich fünf Minuten später Kat diese Stelle anbietet, die gerade erst frisch zurück bei Scarlet ist, kommt irgendwie etwas gewollt rüber. Stichwort: zwanghafte Happy Ends. Aber der Punkt dürfte klargeworden sein. Und ich weiß auch nicht genau, ob es an Corona (und den crazy Drehbedingungen unter Pandemie-Auflagen) lag, dass die 5. Staffel nun nur sechs Folgen hatte, oder es von Anfang an so geplant war, doch das hat der Serie auf den letzten Metern etwas ihren Zauber genommen. Ich habe allerdings in einem Interview mit Showrunnerin Wendy Straker Hauser auch gelesen, dass es selbst ihr „bittersüß“ aufgestoßen sei bei dem Gedanken an eine gekürzte Staffel 5.

Und das bestätigt irgendwie das, was ich denke und übrigens auch viele Stimmen im Netz sagen: Es hätten einfach mehr Folgen sein müssen, um jeder Figur und jeder Geschichte gerecht zu werden. Und dennoch Leute, „The Bold Type“ bleibt eine Top-Serie mit einem tollen feministischen und empowering Blickwickel, die definitiv einen Platz in meinem Herz behalten wird. Da sei ihr auch dieses nicht ganz so perfekte Finale verziehen.❤️

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