Marlena Spieß
03.06.2020 / Update: 04.06.2020 von Marlena Spieß

Warum wir uns gerade in der absoluten ‚Cool Zone‘ befinden… und was tatsächlich dahinter steckt

Nope, Leute. Durchatmen is‘ nich. Jedenfalls nicht in diesem Jahr. Jedenfalls nicht, wenn man sich die täglich neuen Hiobs-Botschaften mal aufgereiht zu Gemüte führt. Wir schlittern von einer Katastrophe in die nächste, ohne uns zwischenzeitlich überhaupt davon erholen zu können.

George Floyds gewaltsamer Tod, anhaltende #BlackLivesMatter-Proteste … und die weltweite Pandemie ist schließlich auch noch nicht überstanden, remember? Da war doch was! Da war sogar noch so viel mehr: Die verheerenden Buschbrände in Australien, ein rassistisch motivierter Terroranschlag in Hanau und nicht zu vergessen, eine Klimakrise, die sich unaufhörlich ihren Weg bahnt – auch wenn wir gerade lieber in die Wirtschaft investieren.

Die aktuelle Zeit kann überfordernd sein. So viel steht fest. Und auch die täglichen Nachrichten können überfordernd sein. Schließlich gehen sie nicht spurlos an uns vorbei. Ganz im Gegenteil. Wir solidarisieren uns, lernen dazu, zeigen Anteilnahme und werden laut. In den unterschiedlichsten Bereichen des alltäglichen Lebens. Das ist unbequem – und gerade deshalb von so unfassbar hohem Wert.

Die Welt scheint aus den Fugen zu geraten, scheint im Umbruch zu sein. Und diese Phase des Umbruchs hat inzwischen sogar schon einen Namen: The Cool Zone. Geprägt wurde dieser durch Twitter. Geformt haben ihn die Ereignisse der aktuellen Zeit: Eine fordernde Nachricht jagt die nächste. Alles dröhnt um uns herum, alles will gehört und umgedacht werden. Herzlich Willkommen, denn genau einen solchen Zeitraum umschreibt sie, die sogenannte „Cool Zone“.

Die Welt ist im Umbruch – was also tun?

Es ist eine Zeit, in der alles möglich zu sein scheint. Nur in welche Richtung es gehen wird, das müssen wir schon selbst bestimmen. Nehmen wir all das Learning der letzten Tage mit in einen offenen, anti-rassistischen Alltag? Oder lassen wir den Protest vergehen und kehren in die jeweilige Normalität zurück? Stützen wir unsere Wirtschaft (wie so oft) mit veralteten Energiesystemen … oder bauen wir sie gestärkt mit klimabewussten Lösungen wieder auf? 

„The Cool Zone“ trägt diesen irreführenden Namen eigentlich aus einem einfachen Grund. Sie definiert zeitliche Perioden unserer Geschichte, die im Nachhinein zwar super cool anzuschauen sind … die in der Gegenwart aber nicht wirklich jemand durchleben will. Was später also in den Geschichtsbüchern steht, wird genau heute durch uns definiert.

Im Urban Dictionary finden sich dazu inzwischen folgende Definitionen: „Die ‚Cool Zone‘ bezeichnet ein Zeit, die als Folge einer Krise von einer massiven politischen, sozialen und wirtschaftlichen Emanzipation – vielleicht sogar einer Revolution – geprägt ist.“ Oder aber, um noch etwas deutlicher zu werden: „Der Begriff beschreibt eine Zeit in der Geschichte, über die es cool, etwas zu lernen. Die aber besch*ssen ist, wenn man sich selbst darin befindet.“

Der Twitter-Begriff ‚Cool Zone‘ geht um die Welt

Lasst uns gemeinsam Geschichte schreiben

Unsere Haltungen und Prinzipien innerhalb dieses Zeitfensters können also ausschlaggebend dafür sein, wie wir als Gesellschaft daraus hervorgehen. Einfacher macht diese Feststellung eine solche Phase noch lange nicht. Die Köpfe rauchen weiter, der Magen dreht sich regelmäßig um… und unsere Psyche leidet. Vielleicht macht sie diese aber wenigstens etwas erträglicher. Daher auch noch einmal zur Einordnung: In dieser ‚Zone‘ zu leben ist nicht ‚cool‘. Für niemanden von uns. Es ist hart und anstrengend, erfordert Courage, Lernbreitschaft und Kraft. Dafür aber umso wichtiger. Also reißen wir uns zusammen, beziehen Stellung, werden Teil der Veränderung.

Denn, hey, wollte nicht jeder von uns insgeheim schon mal Geschichte schreiben?! Herzlichen Glückwunsch, jetzt ist der Zeitpunkt dafür. 💥

Oder, um es mit den Worten von Leslie Wight zu sagen:

2020 ist nicht gecancelt. Ganz im Gegenteil ⬇️

„Was, wenn 2020 nicht gecancelt ist?
Was, wenn 2020 das Jahr ist, auf das wir alle gewartet haben?
Ein Jahr, das so ungemütlich, so schmerzhaft, so beängstigend, so roh ist –
dass es uns endlich dazu zwingt, zu wachsen.
Ein Jahr, das so laut schreit und uns endlich
aus unserem ignoranten Schlummern erwachen lässt.
Ein Jahr, in dem wir endlich die Notwendigkeit von Veränderung akzeptieren.
Veränderung ansprechen. Für Veränderung arbeiten. Zur Veränderung werden.
Ein Jahr, in dem wir uns endlich zusammenschließen
anstatt uns weiter voneinander zu entfernen.
2020 ist nicht gecancelt, sondern stattdessen
das wichtigste Jahr von allen.“

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