Neues Projekt gibt Frauen mit Essstörung Kleidung ohne Kleidergröße

Große Selbstzweifel, perfektionistische Züge, toxischer Stress: Die Ursachen für eine Essstörung sind so unterschiedlich wie das Krankheitsbild selbst. Eines haben Betroffene, die an Magersucht, Bulimie oder Übergewicht leiden, aber in der Therapiephase aber oft gemeinsam: Den Kampf um jedes einzelne Kilo und die riesige Herausforderung, nicht wieder in alte Muster zu zurückzufallen. Aus eigener Erfahrung weiß „The Garment Project“-Mitbegründerin Erin Drischler genau, wie sensibel Frauen in genau dieser Zeit sind, auch oder insbesondere, was ihre eigene Kleidergröße betrifft.

„Wenn ich nach der Therapie nach Hause gekommen bin und vor meinem Kleiderschrank voller Klamotten stand, die mir irgendwann einmal wirklich viel Selbstbewusstsein verliehen haben, wollte ich unbedingt wieder in genau diese Kleidung passen. Ich habe meiner Kleidung mehr Macht gegeben, als meiner Fähigkeit mich von meiner Krankheit zu erholen“, erzählte Erin in einem Interview gegenüber Metro UK.

„In die Shopping-Mall zu gehen und Kleidung anzuprobieren war überwältigend und hat schnell klargemacht, dass die Größen von Store zu Store variieren.“ So kam sie gemeinsam mit ihrem Verlobten Jordan Tomb auf die Idee, einen Store zu eröffnen, der komplett auf Kleidergrößen verzichtet und Frauen mit Essstörungen kostenlos mit neuen Klamotten ausstattet.

Das „The Garment Project“ arbeitet mit Behandlungszentren zusammen, die Frauen mit Essstörungen betreuen, genauso wie mit Kleidungshändlern überall aus den USA, die kostenlos nagelneue Kleidung zur Verfügung stellen. Aus dieser werden die Kleidergrößen entfernt und sie wird genau ausgemessen. Ihre Kundinnen, die sie kostenlos ausstattet, verraten Erin und Jordan lediglich ihre Maße, die in der Klinik oder während der Therapie von ihnen genommen wurden. In der Inventarliste können die Zwei nachschauen, was der Kundin passen könnte. Alles, was ihr nicht passt oder ihr kein gutes Gefühl gibt, darf sie zurückbringen. So erfahren die Frauen ihre eigene Kleidergröße nicht und werden nicht von den Zahlen oder Buchstaben beeinflusst.

Kleidergrößen können so verwirrend und erschütternd für einige Menschen sein, egal welche Beziehung sie zu Essen oder ihrem eigenen Körper haben. Es gibt keinen Grund für eine Nummer, wenn sie nicht immer gleich ist, erst recht nicht, wenn diese Nummer das Selbstwertgefühl einer Person diktiert“, so Erin weiter.

Wir finden die Idee so wahnsinnig gut. Wem es genauso geht, der kann hier für ihre Non-Profit-Organisation und tolle Arbeit spenden.

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