Très Click
21.02.2022 / Update: 01.03.2022 von Très Click

Der „Tinder-Schwindler“ schiebt alle Vorwürfe von sich: „Sie wurden nicht betrogen und bedroht“

Simon Leviev – an diesem Namen kommt man aktuell nicht mehr vorbei. Der Mann, der sich auf Tinder selbst als reicher Jetsetter und „Prince of Diamonds“ ausgab und etlichen Frauen mit ausgeklügelten Machenschaften das Geld aus der Tasche zog, ist seit der neuen Netflix-Doku „Der Tinder-Schwindler“ in aller Munde. Falls ihr dennoch nicht ganz auf dem Laufenden sein solltet: Simon, mit richtigem Namen Shimon Hayut, spielte seinen Tinder-Matches vor, der milliardenschwere Sohn des „Diamanten-Königs“ Lev Leviev zu sein, der ein Leben in Saus und Braus führt. Und damit umgarnte er auch die Frauen. Privatjet, schicke Karren, Essen in Luxus-Restaurants – eben ein echtes Märchen… das für die Frauen aber schnell zum Albtraum wurde. Denn hatte Simon seine Opfer erst einmal in der Tasche, machte er ihnen als nächsten Step vor, dass er bedroht werden würde und dringend Geld bräuchte. Als Druckmittel gab es sogar blutige Beweisfotos. Und seine Masche ging nicht nur einmal auf. So ergaunerte sich Simon zusammen Beträge in Millionenhöhe. Die Frauen jedoch blieben auf einem riesigen Schuldenhaufen sitzen. Und eben drei von ihnen (Cecilie Fjellhøy, Pernilla Sjoholm und Ayleen Charlotte) erzählen nun ihre traumatische Geschichte in der Netflix-Dokumentation.

Das Schlimme: Sie müssen sich aktuell zum einen immer wieder im Netz freche Kommentare anhören à la „Wie kann man nur so dumm sein und darauf reinfallen?“ Wir können da nur sagen: Bitte hört auf damit – kein Mensch kann sich gänzlich davon freisprechen, dass ihm in so einer Situation nicht Ähnliches hätte passieren können. Diese Frauen wurden immerhin über Wochen gekonnt manipuliert. Von Catfishing bis Love Bombing und Co.! Dass sie nun über ihre Geschichte sprechen, ist also einfach nur mutig.

Und zum anderen ist da jetzt eben auch noch eines der wohl frechsten Interviews in der Fernsehgeschichte. Denn JA, der Tinder-Schwindler brach nun das erste Mal so richtig sein Schweigen und reagierte im Interview mit Inside Edition auf die Doku und die Vorwürfe der Frauen. Spoiler: Er habe ja eigentlich gar nichts Böses gemacht!!! 

„Ich bin kein Tinder-Schwindler“ – eine Anzeige gibt es mittlerweile dennoch

Hui, ok. Und Leute, dieses Interview, das in zwei Teilen am 21. und am 22. Februar ausgestrahlt wurde (etliche Medien droppten schon vorher Ausschnitte und Aussagen des 31-Jährigen), hat es in sich. Achtung: „Ich war nur ein Single-Typ, der ein paar Mädchen auf Tinder kennenlernen wollte. Ich bin nicht dieses Monster, das jeder erschaffen hat. Ich bin kein Tinder-Schwindler. Sagte der Mann, der sich als Sohn eines Diamantenmoguls ausgab und 2019 zu 15 Monaten Haft verknackt wurde (er kam allerdings schon nach fünf wieder raus). Obwohl er ersteres seiner Aussage nach ja wohl gar nicht gemacht habe, wie er in Part 1 des Interviews beteuerte: „Ich habe mich nie als Sohn eines milliardenschweren Diamantenmoguls ausgegeben. [Die Frauen] wurden nicht betrogen und nicht bedroht. Die echte Diamanten-Familie Leviev scheint das allerdings etwas anders zu sehen. Wie TMZ berichtet, soll die Familie nämlich bereits eine Strafanzeige gegen ihn eingereicht haben. Guy Ophir, Anwalt der wahren Leviev-Familie, berichtete dem Nachrichtenportal, dass am Montagmorgen (28. Februar 2022) in Israel Anklage gegen Simon erhoben wurde. Man müsse gegen die Bosheit, die dem Namen Leviev entgegengebracht wurde, vorgehen, heißt es. Nur noch einmal zur Erinnerung: Shimon Yehuda Hayut änderte seinen Namen in Simon Leviev und stellte sich gegenüber seinen Opfern als Teil der wohlhabenden Familie vor. Eine „böswillige Verleumdung“, wegen der er nun zur Rechenschaft gezogen werden soll. Ophir beschreibt es als ersten Schritt in einem „allumfassenden juristischen Krieg“. Die Familie Leviev soll übrigens planen, das Geld, das sie bekommen, an die Opfer von Simons Verbrechen zu spenden. Und was sagt der Tinder-Schwindler selbst zu den neuesten Entwicklungen? Ein Sprecher von ihm soll gegenüber TMZ folgendes Statement abgegeben haben: „Simon glaubt, dass die Familie nach dem Erfolg der Show nur versucht, sich in die Erzählung der Öffentlichkeit zu rücken. Simon hat darüber hinaus 2015 seinen Namen legal geändert und freut sich darauf, dass dies im Gericht vorgebracht wird.“

„Ich fühle mich schlecht wegen dem, was mir passiert ist“

Aber zurück zu dem Interview. Spoiler: Es geht schwindelerregend weiter: „Sie präsentieren es als Dokumentarfilm, aber in Wahrheit ist es wie ein komplett erfundener Film“, so seine Meinung. Ich bin der größte Gentleman der Welt. Sie nennen mich den Tinder-Schwindler. Ich bin kein Betrüger und ich bin kein Fake. Die Leute kennen mich nicht, also können sie mich nicht beurteilen.“ Wenn ihm da eine zustimmen würde, dann ganz sicher seine Modelfreundin Kate Konlin, die ihrem Liebsten im Interview auch direkt mal ein Küsschen verpasst. Ach, und falls ihr euch jetzt fragen solltet, wo der Typ denn bitte dann seine ganze Kohle herhat (ergaunert hat er sich ja offensichtlich nichts), auch dazu sagte er im Interview etwas: „Ich bin ein echter Geschäftsmann. Ich bin 2011 zu Bitcoin gekommen (…). Ich brauche nicht zu sagen, wie viel es jetzt wert ist.“ Okay, lassen wir so stehen.

Als die Interviewerin Shimon in dem Zuge dann auch noch danach fragte, ob er sich denn gar nicht schlecht fühlen würde (die Frauen in der Doku verloren immerhin ihr ganzes Geld), entgegnete er nur Folgendes: „Ob ich mich wegen etwas schlecht fühle, das ich nicht getan habe? Nein. Ich fühle mich schlecht wegen dem, was mir passiert ist. Ich möchte meinen Namen reinwaschen. Ich möchte der Welt sagen, dass das nicht wahr ist.“ Um vergnügt die Hollywood-Karriere starten zu können? TMZ berichtete kürzlich immerhin schon, dass er mit Schauspielerin und Hollywood-Managerin Gina Rodriguez von Gitoni Inc bereits über eine eigene Dating-Show, ein Buch oder vielleicht doch ’nen Podcast quatschen soll. Da hat wohl jemand große Pläne… bei denen Girlfriend Kate ihn sicher unterstützen wird. An der Glaubwürdigkeit ihres Boys zweifelt sie nämlich ganz und gar nicht, wie sie auf Nachfrage deutlich machte: „Mein Gott, wie kann jemand nur so ein Fake-Gerüst konstruieren?“ Und NEIN, Simon habe sich bei ihr auch noch nie Geld geliehen. To be continued, Leute… von diesem Couple werden wir safe noch einiges hören.

Erste Ausschnitte aus dem Interview mit dem „Tinder-Schwindler“:

 

Credits: YouTube/ Inside Edition, Joshua Wilks/Netflix

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