Das sagen Psychologinnen dazu, dass wir so gerne True-Crime-Serien gucken

Einen Drücker auf der Fernbedienung liegen sie entfernt, True-Crime-Serien wie „Making A Murderer“, „Das Verschwinden von Madeleine McCann“ und „Amanda Knox“.

Klicken wir uns durch die Vielzahl an Streaming-Formaten und Podcasts, nehmen wir erneut Anteil an den erschütternden Geschehnissen, die sich t-a-t-s-ä-c-h-l-i-c-h einmal abgespielt haben …

Schwere Verbrechen werden erneut zutage befördert, polizeiliche Ermittlungen noch einmal rekapituliert, Zeugenaussagen dargestellt.

Das ist spannend und packend! Einen komischen Beigeschmack hat es aber auch, wenn wir da so fasziniert-paralysiert in unsere Popcorn-Tüte greifen, während sich vor unser aller Augen noch einmal dramatische – und eben reale! – Szenen abspielen. In diesen Momente sind wir von einer Geschichte gefesselt, die wahre Tatumstände darlegt, in der Opfer, oft auch getötete, Teil der Handlung sind.

Also, was stimmt nicht mit uns? 🙈

Natürlich stimmt alles. Oder eben nicht – das hat dann aber nichts mit unserer Bingewatch-Präferenz zu tun. 😉

Entwarnung gibt jetzt die Psychologin Dr. Katherine Ramsland im Gespräch mit dem US-Magazin Bustle. Sie sagt zunächst einmal, dass unser True-Crime-Konsum mit einer ganz natürlichen Verhaltensweise zusammenhänge: unserer Neugier. Menschen, die derlei Serien anschauen, wollten die Psychologie des Täters kennenlernen.

» Neugier bestimmt uns aus einem Überlebenskampf heraus. «
Dr. Marissa Harrison

„Sie wollen mehr über den abscheulichen Verstand erfahren. Sie lieben Rätsel, bei denen sie herausfinden müssen, wie so etwas zustande kam“, erklärt die Expertin weiter. OK, soweit so gut!

Diese Motivation hat aber eine noch bedeutendere Tragweite: „Neugier bestimmt uns aus einem Überlebenskampf heraus“, stellt Dr. Marissa Harrison, ebenfalls Psychologin, im Interview mit Bustle fest.

„Wenn wir mehr über derlei tödliche Phänomene lernen und sie verstehen, können wir sie hoffentlich auch besser vermeiden.“

Dabei seien es mehr Frauen als Männer, die eine Vorliebe für True-Crime-Storys aufwiesen. Aus genau diesem Grund: Weil sie so besser lernten, wie sie gefährliche, wenn nicht sogar todbringende Situationen vermeiden können, und so nicht selbst Opfer von Verbrechen werden. Zumal sowieso auch mehr weibliche als männliche Opfer gezeigt würden. 

Hmmm, True-Crime-Serien als Netflix gewordene Selbstverteidigungsstrategie? Klingt doch etwas weit gegriffen, der Gedanke dahinter leuchtet aber ein!

Und natürlich ist Neugier nicht der einzige Grund, warum wir bis nachts in die Puppen vor der Mattscheibe kleben bleiben. Es kommen noch die guten alten Gefühle ins Spiel.

Dr. Ramsland zufolge, fördert das Schauen solcher Serien verschiedenste Emotionen – es „lässt Mitgefühl mit den Opfern empfinden, Empörung darüber, was mit ihnen passiert ist, Wut auf die Täter, und ein Gefühl von Nervenkitzel, wenn die Ermittlung sehr herausfordernd und der Verdacht sehr groß ist. Am Ende fühlen sie Erleichterung, dass es eine Auflösung gibt – jemand wird bestraft und vielleicht hat jemand überlebt.“

» Das beruhigt uns. «
Psychologin Emma Kenny

Last but not least – und diesen Punkt führt die Psychologin Emma Kenny noch an: Sobald wir Menschen sehen, die zu derlei grausamen Taten imstande sind, heben wir uns selbst automatisch davon ab. „Wir fühlen uns sehr anders als diese Leute, die solche Verbrechen begehen, und das beruhigt uns“, zitiert Bustle.

Es bestärke uns darin, dass wir gute Menschen sind. Gute Menschen, die nur einfach viel zu lange vor der Glotze sitzen.

Credits: Giphy, Giphy, Giphy

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