Marlena Spieß
07.04.2020 / Update: 13.05.2020 von Marlena Spieß

Die Umwelt profitiert kurzzeitig von der Coronakrise – und wir können langfristig daraus lernen

Es ist ein sensibles Thema, das ich hier (ganz sicher nicht leichtfertig!) aufzugreifen versuche. So viel steht fest. Fast schon scheint es anmaßend zu sein, gerade jetzt über positive Auswirkungen sprechen zu wollen. Absolut verständlich! Denn während einer weltweiten Krise, die Menschenleben fordert, Existenzgrundlagen gefährdet, Sorgen und Verlustängste schürt, fällt es schwer, anderen Entwicklungen Raum zu geben. Schon gar nicht solchen, die vielleicht sogar von der dramatischen Lage profitieren könnten …

Und doch will ich heute ein klein wenig darüber sprechen. Über die temporären Folgen, die unser geänderter Lebensstil schon jetzt auf unsere Umwelt hat. Nicht etwa, um den Zeigefinger zu erheben oder gar den Ausnahmezustand verharmlosen zu wollen. Aber eben doch, um ein Sinnbild zu erschaffen, wie die Welt nun mal auch aussehen könnte.

Wenn wir uns alle gemeinsam nach dieser aktuellen Krise wieder einer anderen widmen: Nämlich dem Klimawandel.

Die schöne Erkenntnis, die wir aus alledem tatsächlich für die Umwelt ziehen können, ist nämlich, dass sie sich erholen kann – wenn wir unseren persönlichen Teil dazu beitragen. Nun ist dieser Verzicht aktuell natürlich weder freiwillig noch wünschenswert. Und doch machen die smogbefreiten Städte, die klaren Gewässer und wiederbevölkerten Wälder irgendwie Hoffnung. Mir zumindest.

Vielleicht gehen wir also einfach mit einem guten Learning aus der Krise heraus. Ganz ohne die Hintergründe verklären oder verherrlichen zu wollen. Indem wir uns in Zukunft selbst nicht mehr ganz so wichtig nehmen. Weil wir eben nicht alleine auf diesem Planeten sind. Und indem wir stattdessen lieber die anderen, uns als Gesellschaft, die tierischen Bewohner und unsere Umwelt von Neuem zu schätzen lernen. Was meint ihr, kriegen wir das zusammen hin? 🙏

Es gibt sie, die temporären (positiven) Auswirkungen

Der Himmel wird blau

… Und auf der ganzen Welt ein wenig freier von Emissionen. Gerade in Großstädten. Hier in der Galerie zu sehen: Der schwindende Smog über Los Angeles und New Delhi. Bewohner berichten, selten eine so klare und unverschmutzte Skyline gesehen zu haben. Nicht nur wir freuen uns aber darüber. Auch die Natur kann endlich einmal durchatmen.

Natürlich wird dieser Effekt mit normalen Arbeitswegen und der Wiederaufnahme der Wirtschaft sofort nachlassen. Auch das ist wichtig! Und sicherlich spielen auch Jahreszeiten und Wetterbedingungen eine gewisse Rolle bei der Dichte des Smogs. Doch wir wissen jetzt wieder, wie es aussehen kann. Und was möglich ist. Mit einer Verkehrswende etwa … oder auch einem etwas bewussteren Konsum.

Die Emissionen nehmen ab

Wer sich die Anzahl der Flugstrecken zwischen 2019 und 2020 im Vergleich anschaut, der bekommt ein deutliches Bild gezeigt. Seit die Ausbreitung des Coronavirus an erster Stelle steht, heben kaum noch Flugzeuge ab.

Für die Zukunft soll das keine eingeschränkte Reisefreiheit oder verschärftere Grenzkontrollen bedeuten. Aber vielleicht das gewisse Abwägen. Davon, ob jeder getätigte Flug auch tatsächlich nötig ist. Damit wir diese feinen Linien auch weiterhin fein(er) halten können.

Der Lautstärkepegel sinkt

Weniger Autos auf den Straßen, weniger Flugzeuge in der Luft, weniger Industrieanlagen in Betrieb. Das verringert nicht nur den CO2-Ausstoß enorm, sondern sorgt auch für eine deutlich beruhigtere Welt.

Weltweit haben diese Erschütterungen in den letzten Wochen abgenommen und damit auch die vom Menschen produzierten Störfaktoren. Ruhe, die auch uns in dieser Krisenzeit (und hoffentlich darüber hinaus) Erholung bringen kann.

Tiere erobern die Natur zurück

Und nicht nur das! Auch in den menschenleeren Städten begeben sie sich auf Erkundungstour. Dabei wird es natürlich nicht bleiben. Sobald die Ausgangssperren gelockert sind, holen sich die Menschen ihre Räume natürlich wieder.

Aber vielleicht ist so ja die Vorstellung einer Welt plötzlich näher, die uns im Einklang mit anderen Ökosystemen leben lässt? Weniger Egoismus, mehr Zuversicht. Das wärs doch.

Die Gipfel des Himalayas sind sichtbar

Ein Anblick, der schon lange nicht mehr (für viele wahrscheinlich noch nie) möglich war. Durch den aktuellen Lockdown in Indien nimmt auch dort die Verschmutzung durch Smog über den Städten langsam aber stetig ab.

Aufgrund der klaren Luft ist es erstmals möglich, selbst in der 200 Kilometer entfernten Großstadt Jalandhar die Gipfel des Himalaya-Gebirges deutlich zu sehen. So sichtbar waren die Berge (ohne Corona-Maßnahmen) zuletzt vor über 30 Jahren, wie die Bewohner der Stadt berichten.

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