Dieser Student stellt aus gebrauchten Masken Hocker her – und wirkt so dem Müllproblem entgegen

Sie sind im Jahr 2020 zu einem unvermeidbaren Bestandteil unseres Alltags geworden. Und sie werden es sicherlich auch im Jahr 2021 noch eine Weile lang bleiben. Die Rede ist von Alltagsmasken.  Doch so sehr sie uns im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus schützen mögen, so sehr mausern sie sich doch auch zu einem riesigen Umweltproblem.

Immer mehr Einwegmasken aus Plastik werden in der Natur gefunden. Sie verschmutzen Wälder, gefährden Tiere, landen im Meer. Denn während in anderen Bereichen der Plastikverbrauch nach und nach endlich eingeschränkt wird, kommen wir hier um eine Neuproduktion leider nicht wirklich herum. Mit den verschärften Regelungen und der Pflicht zum Tragen von medizinischen OP- oder FFP2-Masken könnte sich das Umweltproblem in Deutschland nun sogar noch einmal erheblich verschärfen.

Ein Problem, das nur schwer einzugrenzen ist… und trotzdem nicht ignoriert werden darf. Einwegmasken produzieren eben Müll. Müll, der viel zu selten fachgerecht entsorgt oder gar wiederverwertet wird. Außer von Kim Ha-neul aus Südkorea. Auch dem Design-Student ist das zusätzliche Plastikaufkommen ein Dorn im Auge – weshalb er kurzerhand Möbel daraus macht.

Ganz richtig gehört. Der junge Designer sammelt Masken, schmilzt sie ein und formt Hocker daraus. So entstehen Sitzgelegenheiten, die nicht nur futuristisch und stylisch aussehen, sondern die auch Teil eines bisher einmaligen Upcycling-Systems sind. Aus alt mach neu. Aus verbraucht mach Gebrauchsgegenstand.

Der Design-Student gibt Alltagsmasken ein zweites Leben

Rund 1.500 Einwegmasken mit Kunststoffanteil braucht Kim Ha-neul, um einen Hocker herzustellen, der zu 100 % aus dem recycelten Material besteht. Eine sehr hohe Anzahl, doch an Ressourcen fehlt es dem Studenten tatsächlich nie. An seiner Universität hat er Sammelboxen aufgestellt, in die seine Kommiliton*innen ihre gebrauchten Einwegmasken entsorgen können. Inzwischen plant er bereits, noch weitere Möbelstücke aus dem Wegwerfprodukt herzustellen.

Ganz ohne Aufwand geht die Produktion aber natürlich nicht vonstatten. Um eine Ansteckung mit dem Coronavirus auszuschließen, muss er die Masken zunächst vier Tage auslüften lassen, bevor er sie einschmelzen und umformen kann. Dieser zusätzliche Arbeitsschritt ist es dem jungen Designer aber wert. Er möchte mit seiner Kunst ganz gezielt auf die Müllberge aufmerksam machen, die da tagtäglich auf der ganzen Welt entstehen und größer werden: „Ich hoffe, dass Regierungen und Unternehmen in Zukunft konkrete Maßnahmen ergreifen, wie zum Beispiel das Aufstellen von separaten Boxen zum Sammeln von Gesichtsmasken.“

Wenn dir das Leben Masken gibt, mach Hocker daraus

Ein Kunstprojekt mit Mission also. Und vor allem eines, das dem unvermeidbaren Abfallprodukt auf so stylische Art und Weise eine neue Aufgabe gibt. Danke, für diese tolle Upcycling-Idee. Any chance, dass es die Hocker bald auch im großen Stil zu kaufen gibt? 😏

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