Das kannst du tun, um Upskirting in Deutschland den Kampf anzusagen

So traurig es klingen mag, so deutlich zeigt sich doch die Realität: Viele von uns sind bewusst oder auch unbewusst schon mal Opfer vom „Upskirting“ geworden. Upskirting. Ein Wort mit Hashtag-Charakter – aber umso wichtigerem Hintergrund. Stellt euch vor: Ihr tragt einen Rock, ein Kleid, weite Shorts. Im Club, auf einem Festival oder auch am überfüllten Bahnsteig. Und auf einmal werdet ihr das Gefühl nicht los, irgendjemand kommt euch unangenehm nahe. Ein kurzes Aufleuchten des Handybildschirms (wenn überhaupt) – und schon ist es geschehen. Derjenige hat die Situation genutzt und uns heimlich unter den Rock fotografiert.

So etwas macht hilflos, lässt uns ohnmächtig zurück und stellt die Frage in den Raum, was wir gegen diese Form des sexuellen Übergriffs eigentlich tun können. Denn Fakt ist: In Deutschland gibt es kein Verbot, das es unter Strafe stellt, anderen Menschen zwischen die Beine zu fotografieren.

Die Höschen fremder Frauen filmen? Kein Problem…

Bitte was?!?! Fragen wir uns da jetzt wohl alle zu Recht. Würden wir mit so einem Fall also zur Polizei gehen, würde uns dort tatsächlich nur gesagt werden, dass es nicht zur Anzeige gebracht werden kann. Schuld daran ist eine Gesetzeslücke.

Der Tatbestand gilt nämlich nicht als sexuelle Belästigung und kann höchstens von außenstehenden Beobachtern als „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ angezeigt werden. Die Betroffenen selbst stehen dem Übergriff also völlig machtlos gegenüber. Schließlich ist es vollkommen legal, Fotos von fremden Menschen in der Öffentlichkeit zu machen. Höchste Zeit also, dass an dieser Stelle endlich eine klare Unterscheidung vorgenommen wird!

Denn auch wenn natürlich nicht jeder da draußen ein Täter ist und auch wenn nicht alle von uns einen solchen Übergriff schon einmal erlebt haben, ist es trotzdem gleichermaßen wichtig, mit einer entsprechenden Abdeckung durch das Gesetz ein Zeichen für die Betroffenen zu setzen.

Dank einer Petition rückt das Thema jetzt in den Mittelpunkt

Das finden auch Ida Marie Sassenberg und Hanna Seidel, die vor wenigen Wochen die Petition mit dem Namen „Verbietet #Upskirting in Deutschland!“ ins Leben gerufen haben. Mit vorzeigbarem Erfolg. Bisher haben bereits über 35.000 Menschen unterschrieben. Und trotzdem dürfen es natürlich auch weiterhin mehr werden…

Denn gerade das Beispiel von Großbritannien zeigt, dass sich ein solcher Aufschrei lohnen kann. Dort wurde im letzten Jahr eine ähnliche Petition gestartet, die nach ca. 110.000 Unterschriften tatsächlich zu einem Gesetzesentwurf führte. Seit dem 19. April steht Upskirting in England und Wales jetzt endgültig unter Strafe. 🎉👏

Ein riesiger Schritt, den wir uns für Deutschland auch wünschen würden. Um nicht mehr hilflos und „selbst Schuld“ zu sein. Um Frauen, die kurze Kleider tragen, endlich die Sexualisierung und Objektifizierung zu nehmen. Und zwar ganz offiziell, mit der Gesetzeslage im Hintergrund. Weil wir tragen dürfen, was wir wollen. Und zwar ohne uns dabei unwohl fühlen zu müssen. Diese Haltung bestätigt auch Initiatorin Ida im Interview mit Edition F:

„Mich macht es wahnsinnig wütend, dass Opfer von Upskirting so allein gelassen werden. Nicht nur vom Gesetzgeber, sondern auch von Menschen, die behaupten, das Tragen eines Rockes würde zu Upskirting einladen. Dem ist nicht so! Die Schuld liegt allein bei den Täter*innen und bei der deutschen Rechtsprechung, die so ein übergriffiges Verhalten toleriert.“

Upskirting ist kein lästiges Randphänomen, das „eh niemandem passiert“ – nur weil es bis jetzt noch keinen catchy Namen hatte. Und es ist auch kein Thema, das politisch „zu unwichtig“ ist, nur weil es noch andere Probleme auf der Welt gibt. Es geht um die klare Positionierung: Für eine Gesellschaft, in der wir Übergriffen wie diese nicht mehr als eine legitimierte Form der sexuellen Belästigung gelten. Das alles ist umsetzbar, mit nur einem einzigen Gesetzesentwurf. Oder, um für uns persönlich zu sprechen, mit einer schnellen Unterschrift, die höchstens zwei Minuten unserer Zeit beansprucht. Also, wie sieht’s aus? Seid ihr dabei?! Hier geht’s zur Petition.

Denn wie so oft gilt…:

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