Live-Sex, nackte Haut und Sextoys, wohin das Auge reicht – mein Recap der größten Erotikmesse der Welt

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Als ich mich auf den Weg nach Berlin mache, um die weltweit größte Fachmesse für Erotik und „Adult Entertainment“ zu besuchen – die 23. VENUS –, bin ich etwas nervös. Ich frage mich, was mich hier wohl alles erwarten wird. Ja, ich rechne mit so ziemlich allem, und dass hier das ein oder andere verrückte Spektakel stattfinden wird, ist mir auch im Vorhinein schon bewusst, ABER… was dann kommt, übertrifft wirklich all meine Fantasien. 😄 Deshalb kommt hier mein…

… Report der Venus Berlin 2019 🔥

Als ich die Messehallen betrete, muss ich mir erstmal einen groben Überblick verschaffen. Mich erwarten nämlich sage und schreibe 23.000 Quadratmeter „Spielfläche“, auf denen rund 250 Aussteller aus 40 Ländern ihre neusten Produkte und Trends aus den Bereichen DVD, Toys und Lingerie vorstellen. Nackt-Starlett Micaela Schäfer und Patricia Blanco repräsentieren die Messe in diesem Jahr übrigens, zusammen mit Fetisch-Model Fetish Medusa. „Livepräsentationen neuerster Toys und Hygieneartikel, Livevorführungen von Camportalen oder Videoscreens runden das Ausstellerspektrum ab“, steht außerdem in meinem Prospekt. Okay…

Nachdem mich in den ersten 10 Minuten in der ersten Halle schon ein volltrunkener, über-euphorischer Mann mit seinem Bier überschüttet (und ich fortan stinke wie ein wandelndes Hopfen-Malz-Gemisch), werde ich auch schon Zeugin von ein paar dieser „Livevorführungen“: Mädels in Dessous werden von einem Typen auf einer Bühne anmoderiert, der sich immer mal wieder Schnaps direkt von der Flasche in den Mund laufen lässt, und sie ziehen sich zu begeisterten Rufen in der Menge aus. Irgendwann haben sie gar nichts mehr an, befriedigen sich selbst, räkeln sich an einer Pole und verschenken als Grande Finale dann ihre Merch-Shirts, die sie sich vorher lasziv im Schritt gerieben hatten.

Was mir hier direkt auffällt: Anders als ich dachte, ist der Anteil von Männern und Frauen hier doch ziemlich ausgewogen. Einer der Veranstalter verrät mir, dass man tatsächlich mit circa 45% weiblichem Anteil unter den Besuchern rechnen kann. Auch viele Pärchen sind zu sehen, die gemeinsam über die Messe schlendern und sich die Darbietungen anschauen, als würden sie auf einem Flohmarkt herumspazieren. An den Ständen einiger deutscher Pornostars tummeln sich teilweise unendlich lange Schlangen, die alle auf ein Foto und ein Autogramm ihrer Lieblingsdarstellerinnen warten – z.B. Lucy Cat, die immerhin fast eine Million Follower bei Instagram hat.

Ein Schlaraffenland an Sextoys jeglicher Art

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Sextoys sind wunderbar und ich teste immer wieder gerne welche – wie z.B. hier oder hier. Deshalb bin ich natürlich ganz besonders interessiert, womit die Aussteller im Spielzeugbereich hier auftrumpfen. Ob für reine Masturbationszwecke, medizinische Zwecke (z.B. Beckenbodentraining) oder ein Upgrade des Geschlechtsverkehrs zu zweit – hier bleibt wirklich kein Wunsch unerfüllt.

Eis.de zeigt unter anderem einen neuen Luxus-Satisfyer aus Echtleder, der fast aussieht wie ein Kunstobjekt. Auch Lelo trumpft mit Toys im Hochglanzdesign auf, die die Masturbation der Frau feiern und die Message vermitteln: Befriedigt euch selbst! Lernt euren Körper kennen! Bei Mystim gibt es etliche E-Stim-Vibratoren, die mit Reizstrom arbeiten und winzig kleine Stromschläge abgeben, um die Selbstbefriedigung wortwörtlich zu elektrisieren. Hier finde ich die „Opus Mica“, einen Masturbator für den Mann, bei dem Micaela Schäfers Vagina fast 1:1 nachgebildet wurde – und ja, auch ihr Po-Loch ist als Silikon-Remake erhältlich. 😆

Generell werden Masturbatoren für den Mann immer mehr ein Ding, wie mir einer der Veranstalter erklärt: „Dildos, Vibratoren etc. für die Frau gibt es schon seit Ewigkeiten. Dass Frauen Toys benutzen, ist die Norm – für Männer jedoch war das Angebot bisher eher mau. Die klassischen ‚Taschenmuschis‘ werden jetzt immer vielfältiger. Sie erscheinen in neuen Designs, rücken näher ‚an das Original‘ – z.B. durch simulierte Scheidenkanäle, die eben nicht gerade sind, sondern wie in echt auch leicht ‚gebogen‘ oder auch eingebaute Wärmefunktionen.“

Let’s get kinky – ab in den Fetischbereich 🤭

Hier wird es erst so richtig spannend. Als ich hinter die verheißungsvollen, roten Vorhänge schreite, werde ich mit allem konfrontiert, was der Fetisch- und BDSM-Bereich (auf Deutsch: Bondage & Disziplin, Dominanz & Unterwerfung, Sadismus & Masochismus) so zu bieten hat.

Eine Besucherin schreitet nackt vor mir her – lediglich der Zipfel ihrer Liebeskugeln baumelt ihr zwischen den Beinen. In Latex verhüllte Menschen sämtlicher Genderzugehörigkeiten haben andere an der Leine und behandeln sie nach eigener Aussage „wie ihr Eigentum“ (dazu gleich mehr). Einige Frauen sind in Gummi gekleidet und spielen Gynäkologen-Spielchen, versenken ihre Fäuste ineinander und schreien so laut, dass ich es noch 100 Meter weiter höre… Wow.

Auf der Showbühne hängt eine kopfüber baumelnde, gefesselte Asiatin, die von ihrem „Herren“ erniedrigt wird – mit Kerzenwachs, Nadeln, Peitschen und mehr – dieses „mehr“ erspare ich euch aber, denn ich muss es selbst erstmal verdauen. 😅

Aber – und das ist die wichtigste Maxime in dieser Szene – alles wird nur soweit ausgeführt, wie beide Parts das wollen. Jeder Herr kennt die Grenzen seiner Sklavin und überschreitet diese niemals. Das ist für Außenstehende, die mit diesem Bereich wenig bis gar nichts zu tun haben, ziemlich schwer verständlich, denn einiges, was hier passiert, sieht wirklich schmerzhaft aus.

Fetish Medusa führt mich noch tiefer in die BDSM-Welt

Eine, die sich hier besser auskennt als alle anderen ist Fetish Medusa. Sie ist Fetischmodel und komplett in Latex gehüllt. Als ich sie treffe, bin ich fasziniert – denn diese Frau sieht eher nach Kunstskulptur aus als nach Mensch.

Mit ihr tauche ich noch weiter ab in die dunkle Welt auf dieser Messe, und als sie mich an den verschiedenen „Special-Interest“-Ständen vorbeiführt, an denen die meisten maskiert sind, erklärt sie: „In dieser Welt gibt es unglaublich viele Akademiker – vor allem Ärzte und Juristen, die diese Seite in sich nur hier ausleben können. Im Alltag würde das vermutlich ihrem Ruf schaden, deshalb bleiben sie anonym.“ (Die gebürtige Brasilianerin selbst hat übrigens Architektur studiert.) Das ist es auch, worum es bei Fetisch generell ginge: Fantasien ausleben, die von der gesellschaftlichen Norm abweichen. „Die Menschen hier lieben den Schmerz, oder sie lieben es, ihn anderen zuzufügen. Macht und Erniedrigung, darum geht es.“ 

Für sie selbst sei das jedoch unvorstellbar, denn sie ist nur Model und lebt die Inszenierung, mit Sexualpraktiken habe ihr Dasein überhaupt nichts zu tun – trotzdem merke ich schnell, dass die Leute hier wie eine Familie für sie sind.

„Jeder kommt aus einem völlig anderen Bereich. Außenstehende denken immer, in der Fetischszene seien alle gleich, aber das stimmt ganz und gar nicht. Die eine ist Domina, die andere liebt einfach nur Leder und Latex des Aussehens wegen, andere möchten sich einfach als das andere Geschlecht verkleiden – jeder macht sein Ding, aber wir alle haben unglaublich großen Respekt voreinander.“

Plötzlich fühle ich mich unfassbar spießig. 😂 Ich sehe zwei als Frauen verkleidete Männer, von denen einer in einer Box steckt, während der andere ihm mittels eines Schlauches den Sauerstoff entzieht. Dieses Engegefühl macht ihn an.

Eine Frau daneben ist an ein Kreuz gekettet und trägt eine hautenge Latex-Maske, die ihr durch zwei winzige Löcher an der Nase nur die minimalste, nötigste Sauerstoffaufnahme erlaubt, während sie von einer anderen Domina mit einer Peitsche so doll ausgedroschen wird, dass ich vom reinen Zusehen schon blaue Flecken bekommen. Ja, auch ich finde es nice, hier und da mal den Hintern versohlt zu bekommen – DAS geht aber weit darüber hinaus.

Und dann sehe ich noch ein Dominus, an dessen Füßen zwei Latexgestalten knien – angeleint an zwei Metallketten. Er führt sie „Gassi“ und maßregelt sie, wenn sie sich nicht so verhalten, wie er es von ihnen will. „Manche hier haben wirklich absurde Wünsche. Sie wollen als Hund gehalten werden oder tragen eine Pferdemaske. Manche wollen, dass man sie benutzt wie ein Möbelstück. Auch Fäkalien sind ein großes Thema“, erklärt Medusa mir.

Puh. Am Ende dieses Tages kann ich nur ein Wort sagen: Reizüberflutung! Ich bin gleichermaßen fasziniert und irritiert von allem, was hier passiert ist. Klar, es ist toll, dass Menschen mit besonderen Vorlieben hier eine Plattform gegeben wird, in denen sie ganz ihr Alter-Ego sein können. Trotzdem fühle ich mich, wie soll ich sagen… heillos überfordert. Mein Wunsch nach romantischem, langweiligen Blümchensex war nie größer als in diesen Stunden. Wir vermerken diesen Tag einfach mal als Erfahrung, die man machen kann, aber definitiv nicht unbedingt muss. 😄 Danke für diese Erinnerungen, Venus – sie werden mich ganz bestimmt noch sehr lange verfolgen… 🙃

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