Deswegen ist gerade jetzt „Waldbaden“ und „Bäume-Umarmen“ eine besonders gute Idee!

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Die Geschwindigkeit und Hektik des Alltags, Homeoffice, flimmernde Bildschirme, vermehrte Sorgen und zunehmende physische Belastungen – Der Stress in unserer heutigen Gesellschaft nimmt stetig zu und mit ihm stressbedingte Krankheiten. All dies sind Gründe dafür, um einfach mal für eine kleine Auszeit ins Grüne zu fliehen und fernab von dem ganz alltäglichen Wahnsinn tief durchzuatmen und einen Baum zu umarmen. 🌳 Ja, ich weiß, wie sich das für den ein oder anderen lesen mag. Meine Reaktion auf „achtsames Bäume-Umarmen“ war früher auch nicht anders. „Das sieht doch völlig bekloppt aus, einen Baum minutenlang zu umarmen! Was soll das überhaupt bringen,“ waren meine ehrlichen Gedanken gegenüber den Baum-Kuschlern. Und nun gehöre ich auch dazu.

Zugegeben, ich habe ein paar Anläufe benötigt, bis ich komplett ohne Hemmungen die Nähe des Baumes genießen konnte. Doch ist der Moment erreicht, kann ich euch nur eines versprechen: Ihr werdet die beruhigende Wirkung nachweislich spüren!

Spätestens seit der Natur-Dokumentation „Our Planet“ und dem Film „Das geheime Leben der Bäume“ (hier geht’s zur Filmkritik) vom Förster und Bestseller-Autor Peter Wohlleben haben wir gelernt, dass Bäume mehr als nur ein Stück Holz sind. Bäume sind absolut unterschätzte Welt-Wunder, deren Existenz wir in den vergangenen Jahrzehnten für viel zu selbstverständlich genommen haben. Sie leben in Harmonie mit der Natur unseres Planeten. Sie atmen, kommunizieren und haben einen messbar energetischen Pulsschlag. Ihre Wurzeln sind kilometerlang miteinander zu einem Geflecht verwachsen, deren Bedeutung für die Gemeinschaft wir Menschen erst langsam verstehen. Wir wissen um die bedrohte Rolle der Bäume und ihre Wichtigkeit für unsere Erde. Ihre Existenz hält den wertvollen Kreislauf von Mutter Natur und damit uns alle am Leben. 🙏 Sie sorgen für frischen Sauerstoff und geben Millionen von Arten Schutz und eine Heimat. Kurz: Bäume sind geil!

Durchatmen und eine Weile die Struktur, den Geruch und das ruhige Gefühl auf sich wirken lassen.

Und trotzdem behandeln wir Menschen sie oftmals nicht so. Nicht nur, dass wir unsere wertvollen Wälder abholzen, um Rohstoffe zu gewinnen… nein, wir haben gleichzeitig auch unsere Beziehung zu den Bäumen vergessen und verlernt, die beruhigende, harmonische Wirkung auf uns Menschen aktiv wahrzunehmen und in unserem Leben zu integrieren. Gerade für Stadtkinder (dazu zähle ich ebenfalls) und die mentale Stimmung sind Ausflüge in den Wald oder an die Elbe wahnsinnig wichtig. Und mal ehrlich, zur Zeit haben wir es doch alle mehr als nötig, den Kopf freizubekommen und gut mit uns selbst umzugehen. 🥴

Und eben genau an dieser Stelle kommt das Waldbaden, Bäume-Umarmen und Barfußlaufen ins Spiel. Was es genau damit auf sich hat und welche neuen wissenschaftlichen Studien erfolgreiche Belege für deren wohltuende Wirkung vorweisen, erfahrt ihr natürlich hier. 💚🌳

Let’s go „Waldbaden“ 🌳

Dass regelmäßige Spaziergänge in der Natur tatsächlich ein effektives Mittel gegen Stress sind, wurde von Forscher:innen der Universität Michigan schon in einer Studie (2019) bestätigt. Bereits 20 Minuten im Grünen – ohne Smartphone – reduzieren deutlich den Wert des primären Stresshormons Cortisol, welches die physischen Wege vieler Stoffwechselprozesse übermittelt, die an der Homöostase (Selbstregulation eines biologischen Systems) beteiligt sind, einschließlich der Immunfunktion. 👏 Eine längere Erhöhung des Cortisolwertes beeinträchtigt unsere Hirn-Leistung in der Lernfähigkeit und dem Gedächtnis, es senkt die Immunfunktion und die Knochendichte. Gleichzeitig beeinflusst der Cortisolwert negativ unseren Blutdruck, Cholesterin, Herzkrankheiten und das Gewicht. Wir sind anfälliger für Krankheiten, wenn wir permanent überreizt und überfordert sind. Wir tun uns also wirklich etwas Gutes, wenn wir dieses Hormon möglichst gering halten. 🥵

Das gelingt uns mit regelmäßigem „Waldbaden“! In Japan ist Waldbaden für die wohltuenden Effekte der Natur, speziell des Waldes auf die menschliche Psyche und somit auch unseren Körper, schon lange bekannt. Gleichzeitig wird die Naturtherapie auch in Europa immer populärer und von zahlreichen Studien belegt. Dabei geht es beim Waldbaden nicht im wörtlichen Sinne um ein Bad im Wald, sondern viel mehr schlicht um den Aufenthalt im Wald. Die einfachsten Formen der Waldtherapie bestehen aus einem längeren Spaziergang oder dem Sitzen (ohne Ablenkung) im Wald, verbunden mit dem Zauberwort „Achtsamkeit“. Das heißt, man konzentriert sich bewusst darauf, den Wald mit allen Sinnen zu spüren und wahrzunehmen.

Darüber hinaus bieten die Naturtherapiezentren in Japan mittlerweile eine ganze Reihe von Spezialangeboten an, bei denen die Teilnehmer:innen Yoga und Meditation im Wald praktizieren oder gemütlich in einer Hängematte im Wald baumeln. Auch der direkte Kontakt mit Bäumen wird praktiziert. Durch das Ertasten der unterschiedlichen Strukturen der Rinde, das Wahrnehmen des holzigen Geruchs und dem Spüren der lebendigen Wärme bei einer Umarmung. 😉

Das Energiefeld des Menschen in Form eines Torus.

Es gibt auch einen Fachbegriff für das Ganze: „Shinrin Yoku“ (jap. für Waldbaden), was – zumindest in Japan – als kostengünstige und wirksame Vorbeugungsmaßnahme und Präventivmedizin praktiziert wird und definitiv nicht nur Esoterikgedöns ist. Lustigerweise fungierte der Begriff „Shinrin Yoku“ ursprünglich als Marketingkonzept (1982). Doch seit Wissenschaftler:innen und Mediziner:innen sich immer mehr mit den positiven Auswirkungen auseinandergesetzten haben, wurde klar, dass viel mehr als nur ein Marketingtrend dahintersteckt. Und nicht nur das, den Menschen geht es in der Natur körperlich besser, wodurch wiederum kostenintensive medizinische Behandlungen vermieden werden können.

Seitdem macht sich der Ansatz zunutze, was seit Jahrtausenden in uns angelegt ist: Die Anpassung des eigenen menschlichen Energiefeldes an das Energiefeld der Natur, das wir selbst durch unseren Evolutionsprozess noch immer in uns tragen. Denn wie wir wissen, verbrachten wir die meiste Zeit unserer menschlichen Entwicklung in der freien Natur.

Die Zeit, die wir in großen Städten und hohen Häusern verbracht haben, ist vergleichsweise gering. Auch die Masse an Bildern und Wahrnehmungen, mit denen wir alltäglich konfrontiert sind, ist in den letzten 50 Jahren exponentiell gewachsen und gibt ihre permanenten Reize an uns ab. Daher scheint es nur logisch, wieder mehr zur Natur zurückzukehren und uns einen Baum zum Umarmem zu schnappen. 😉

Bäume-Umarmen für Anfänger

Auch der Anreiz für wissenschaftliche Studien, die den gesundheitsfördernden Beleg fürs Bäume-Umarmen liefern, stammt aus Japan. Obwohl ich darauf wetten würde, dass der Mensch vor Tausenden Jahren auch schon auf die Idee kam, einen Baum mal ordentlich zu umarmen. Genau wie wir jetzt. Denn was in der westlichen Welt lange Zeit als etwas verrückt galt, findet in unserer Gesellschaft nun immer mehr Anhänger:innen. Mich eingeschlossen. Seit gut einem Jahr umarme ich ausnahmslos bei all meinen Spaziergängen früher oder später einen Baum. 💚 Mittlerweile ist es mir auch egal, ob das im intimeren, blickgeschützten Wald oder in dem Park bei mir um die Ecke geschieht. Ich würde behaupten, dass die wenigsten Passant:innen mich komisch begutachten, doch wirklich mitbekommen, würde ich es eh nicht, da ich während des Umarmens ganz in den Moment vertieft bin. Doch tatsächlich ist es mir schon mehrmals passiert, dass mir ein fremder Mensch beim Vorbeigehen zurief, welchen Baum er gerne umarmen würde – das hinterlässt natürlich ein schräges, freundliches Gefühl des Verständnisses.

Die Herangehensweise beim Bäume-Umarmen ist dabei ganz einfach: Geh am besten in einen Wald oder wähle dir einen ungestörten Ort im Park aus. Suche dir einen Baum aus, der sich für das Vorhaben gut anfühlt und umarme den Stamm des Baumes fest mit beiden Armen. Schließe die Augen und atme tief ein und aus. Die Größe des Baumes spielt dabei keine Rolle. 😜 Tritt in Kontakt mit dem Baum, taste seine Rinde ab. Aus welchen Strukturen besteht sie? Wie hoch reichst du? Wonach riecht der Baum? Ist er von Moos überzogen? Tatsächlich war ich überrascht, wie „warm“ und gleichzeitig weich sich Bäume anfühlen.

Gleichzeitig kannst du das Ganze auch mit einer kleinen „Baum-Meditation“ verbinden. Dabei startest du wieder mit der bewussten Wahrnehmung der Bereiche deines Körpers, die den Baum berühren. Nehme Gerüche, Geräusche und andere Sinneseindrücke nacheinander wahr und wandere dann mit deiner Konzentration zu deiner Atmung. Beobachte, wie deine Atemzüge kommen und gehen. Oder probiere dich in der 4-1-8-1 Atmung. Sie ist ein guter Einsteig für Meditierende: Atme dabei langsam auf 4 in den unteren Bauch ein, halte auf 1, atme langsam auf 8 aus, pausiere für 1 und beginne von vorne. Übrigens kannst du die Übung überall machen, auch ohne einen Baum dabei zu umarmen. Du wirst merken, wie bereits nach drei Wiederholungen pure Entspannung in dir aufkommt.

Was das Bäume-Umarmen also bringt? Ziemlich dasselbe wie „Waldbaden“, da es auch als Teil davon angesehen wird. Die Probanden fühlten sich ruhiger, wohler und entspannter und emotional ausgeglichener und hatten weniger Angst- und Stressgefühle. Zudem kommt noch der spirituelle Aspekt: Hier wird Bäumen und speziell den Wurzeln dieser eine verankernde, „grounding energy“ zugeschrieben. Die ruhige Kraft und Energie soll durch eine Umarmung auch in den Menschen übergehen können.

Barfußlaufen

Wer noch nicht genug vom „Waldbaden“ und Bäume-Umarmen bekommen hat, kann zusätzlich auch noch barfuß durch den Wald und über die Wiese laufen. Das als „Grounding“ oder „Earthing“ bezeichnete Barfußlaufen wirkt sich ebenfalls positiv auf das Energiefeld des Menschen aus und auch das ist in neuen Studien (Chevalier et al, Sokal & Sokal) bestätigt worden:

Indem wir barfuß laufen, werden unerwünschte Elektronen, die Stress und Müdigkeit verursachen, in den Boden der Erde freigegeben und gleichzeitig erfährt unser Körper einen wohltuenden Energie-Ausgleich. Denn auch die Oberfläche der Erde steht unter Storm und gibt unserem Körper Energie. Sie ist von einem Netz elektrischer Ströme durchzogen, deren Schwingungen mit denen unseres Körpers übereinstimmen und quasi den Takt vorgeben.

Wann hast du das letzte mal Gras oder Waldboden unter den Füßen gespürt?

Der direkte physische Kontakt unserer Füße mit den Elektronen der Erdoberfläche wirkt sich verstärkt positiv auf unsere Gesundheit aus. Denn sie neutralisieren freie Radikale (Zwischenprodukte unseres Stoffwechsels), die in unserem Körper stecken. Diese aggressiven Sauerstoffverbindungen lassen uns schneller altern, verursachen chronische Entzündungen und können sogar zu Krebs führen. 😖 Durch das Barfußgehen im Freien bzw. das Sitzen oder Liegen in der Natur können Schmerzen gelindert und Schlafstörungen ausgeglichen werden. Stress kann schneller abgebaut werden und unsere Schlafqualität verbessert sich messbar.

Kleiner Tipp: Baue während deines Waldspaziergangs einen 10-minütigen Barfuß-Pfad ein. Doch Augen dabei bitte auf den Boden ☝️: Die verschiedenen Untergründe bieten dir nicht nur ein abwechslungsreiches Abenteuer, sie können auch spitze Gegenstände beherbergen, deswegen schön Augen auf und langsam gehen. Dann sind deiner Wahrnehmung keine Grenzen mehr gesetzt. Hinterfrage auch hierbei, was du auf dem Boden spürst. Wie weich, federnd oder unerwartet warm fühlt die Erdoberfläche sich an? Welches Naturmaterial liegt auf dem Boden?

Probeire es selbst aus – mein Fazit 🌳

Tatsache ist (um jetzt mal langsam zum Abschluss zu kommen), die Studien zu „Shinrin-yoku“ sind eine ganz persönliche Bestätigung für mich. Ich fühle mich besser, wenn ich mindestens einmal die Woche in einem Stückchen Wald bin und dabei einen hübschen Baum umarme. 😉 Es ist spannend zu sehen, wie die Zeit im Wald sich anders anfühlt. Sich eine angenehme innere Ruhe und ein Gefühl von Grundvertrauen in der Herz-Region breitmacht.

Habt also keine Angst, wenn beim Vorhaben mal kurz der „Fluchtinstinkt“ einsetzt, der Kopf bereits To-Do-Listen für die Zeit nach dem Wald schreibt oder der Drang aufkommt, sofort wieder nach Hause zu gehen. Anfangs ist mir die Stille auch schwergefallen. Geholfen hat ganz einfach, es wegzuatmen, die Ruhe zu akzeptieren und sich bewusst die Auszeit als großes Selfcare-Geschenk zu nehmen. Es ist wie beim Erlernen von etwas Neuem – irgendwann ist man drin.

Dir fehlt allerdings die Natur in deiner Nähe? Dann kommen hier die good News zum Abschluss:

Erstaunlicherweise konnten Forscher:innen herausfinden, dass auch Zimmerpflanzen entspannungsfördernde Effekte erzielen. Dazu ließen sie eine Gruppe von Versuchsteilnehmer:innen 60 Sekunden lang auf eine Zimmerpflanze blicken, die andere auf eine weiße Wand. Das Ergebnis spricht für sich: Die Teilnehmer:innen, die auf die Pflanze schauten, waren deutlich entspannter. Das wurde anhand von der Aktivität des Parasympathikus und Sympathikus festgestellt (Teil des vegetativen Nervensystems). 🧠 Also gönnt euch gelegentlich eine Pause von den Bildschirmen und schaut ein paar Minuten eure Zimmerpflanze(n) an. Das ersetzt natürlich niemals den vollen Effekt von Mutter Natur, doch für zwischendurch ist diese Erkenntnis ein Geschenk.

x Fine

Du kommst so gar nicht vor die Tür?! Hier gibt’s eine kleine hübsche Auswahl an Produkten für ein Waldbad daheim:

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