Marlena Spieß
20.11.2019 / Update: 14.12.2020 von Marlena Spieß

Mieten, verwerten, selber machen: Auch Weihnachtsbäume verdienen ein langes Leben

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So langsam kriegt es auch uns – trotz der außergewöhnlichen Umstände. Dieses Gefühl der wohligen Wärme. Es kriecht uns unter die Haut, hält Einzug in unsere Köpfe… und hellt vielleicht sogar ein ganz klein wenig die Stimmung auf. Jaaaaa, es mag kitschig klingen. Und trotzdem gibt es (für mich) kaum etwas, dass sich mit der einmaligen Vorfreude auf Weihnachten vergleichen lässt.

Klar, nicht immer überwiegt die Glückseligkeit. Weihnachten kann stressig sein, schmerzhaft und, gerade in diesem Jahr, auch einsam und voller Kompromisse. Dennoch helfen ganz verschiedenen Menschen in verschiedenen Lebenslagen doch ähnliche Traditionen, um eine gemeinschaftliche Stimmung aufkommen zu lassen. Trotz räumlicher Trennung. Eine dieser Traditionen ist definitiv der geschmückte Christbaum. Klar, denn der leuchtet, verstrahlt Wärme… und beherbergt nicht selten liebevolle Geschenke unter sich.

Auch deswegen gilt für uns: Wir wollen niemandem diese Möglichkeit der Vorfreude madig machen. Oder gar austreiben. Und doch haben wir uns vorgenommen, auch in diesem Jahr genauer hinzuschauen. Um ebenbürtige Alternativen zu finden – zum traditionellen Einmal-Wegwerfbaum. Denn allein in Deutschland sind es 25 bis 30 Millionen Bäume, die kurzzeitig unsere Wohnzimmer erhellen… nur um anschließend den sicheren Weg auf den Kompost zu finden. Gezüchtet, um zu gefallen – maximal vier Wochen lang.

Wirklich nachhaltig oder umweltfreundlich ist so ein Christbaum also leider nicht. Denn der Anbau kostet Fläche, findet in Monokulturen statt, nicht selten unter dem hohen Einsatz von Pestiziden. Und auch die Anreise fordert einen hohen CO2-Fußabdruck. Meist kommen die Tannen aus dem Ausland – und müssen aufwendig zu uns transportiert werden.

Dabei gibt es bereits zahlreiche andere Möglichkeiten. Solche, die uns auch weiterhin das Wohnzimmer verschönern. Versprochen. Aber eben mit so viel mehr Bedacht… und letztlich ganz bestimmt auch (Vor)Freude.

Weihnachtsbäume mieten

Das Prinzip dahinter ist einfach. Wir kaufen keinen abgeholzten Baum, dem bereits das Wurzelwerk fehlt, sondern stattdessen einen ‚lebendigen‘. Im Topf, mit Erde und Nährstoffen darin. Denn auf diesem Weg kann unser Weihnachtsbaum nach den Feiertagen wieder seiner eigentlichen Aufgabe nachkommen: Im Wald oder Topf stehen und CO2 speichern. Von vielen verschiedenen Anbietern werden Bäume inzwischen angeliefert, ausgeliehen, abgeholt – und wieder eingepflanzt. Sie alle haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Weihnachtsbaum in einen nachhaltigen Kreislauf einzubinden.

Natürlich benötigt ein solcher Baum aber mehr Pflege. Er sollte kühl und trocken lagern, höchstens eine Woche im Innenraum aufgestellt sein und er benötigt entsprechend ausreichend Bewässerung – damit das Überleben des Baums auch wirklich gewährleistet werden kann. Aber ist Weihnachten nicht genau dafür letztlich da? Für Achtsamkeit und mehr Bewusstsein…?

Hier könnt ihr auch in eurer Nähe Weihnachtsbäume mieten: WunderTree, Paderbäumchen, Rent-A-Plant, Greentree, Weihnachtsbaumfreunde

Weihnachtsbäume selber pflanzen

Klar, nicht jede*r hat einen riesigen Garten oder möchte jahrelang damit verbringen, die eigene Tanne großzuziehen. Doch für all diejenigen, die keinen 2-Meter-Baum im Wohnzimmer brauchen, kann die Selfmade-Tanne vielleicht trotzdem die nachhaltigste Lösung sein. Denn sie kann jedes Weihnachten aufs Neue zum Einsatz kommen. Und den Rest des Jahres fleißig im eigenen Töpfchen oder auf der Wiese weiter wachsen.

Gerade für kleine Haushalte ist das mit Sicherheit die ökologischste Möglichkeit. Und die günstigste. Denn nach dieser einmaligen Anschaffung ist für viele Jahre erst einmal ausgesorgt. Und auf die Größe? Kommt es letztendlich doch nun wirklich nicht an!

Weihnachtsbäume selber basteln

Muss das Bäumchen denn wirklich immer benadelt sein? Braucht es das dunkle Grün, oder sorgt nicht viel eher die vertraute Deko für warmes Bauchkribbeln…?

Wer diese Haltung teilt, der kann vielleicht sogar vollständig vom Nadelbaum Abstand nehmen. Immer öfter wird uns in Tutorials gezeigt, wie aus Holzscheiten, Ästen oder Büchern ganz individuelle Baum-Alternativen gebastelt werden können. Und die lassen sich garantiert in jedem Jahr aus Neue verwenden. Ein tolles Tutorial dazu gibt es beispielsweise auf dem Instagram-Kanal von „Angeliquelini“. Oder in zahlreichen Pinterest-Postings. Letztlich ist also vor allem die eigenen Kreativität – und Vorliebe – gefragt.

Unechte Bäume wiederbeleben

Nach etwa 5 Jahren ist es laut dem ZDF tatsächlich soweit. Ein unechter Plastikbaum hat seine Ökobilanz ausgeglichen. Und ist in den darauffolgenden Jahren sogar weniger schädlich für die Umwelt, als der günstige Monokultur-Tannenbaum vom Stand nebenan.

Wer also bereits weiß, dass der Baum mehrere Jahrzehnte lang im Einsatz bleibt, der kann sich tatsächlich auch diese Alternative durch den Kopf gehen lassen. Die meisten Plastikbäume bestehen dabei aus PVC und Polyethylen. Die Herstellung und der Transport benötigen natürlich eine große Menge Energie – das Material ist dafür aber auch entsprechend langlebig (und quasi für immer haltbar). Wer also bereits eine Plastiktanne sein Eigen nennt oder eine vermacht bekommt, der sollte diese unbedingt weiter benutzen. Der Neukauf lohnt sich dagegen nur im Ausnahmefall. Und sollte daher gut durchkalkuliert werden.

Weihnachtsbäume wiederverwerten

Für eine eigens gepflanzte Tanne ist kein Platz? Einen Mietservice gibt es nicht in eurer Nähe? Und ein echter Baum soll es dennoch sein? Dann lohnt es sich, bei dessen Kauf möglichst wählerisch zu sein. Oftmals zeigen die jeweiligen Siegel bereits, wie ökologisch der Baum aufgezogen wurde. Bio- oder FSC-Kennzeichnungen sprechen beispielsweise für einen Anbau in Mischkulturen, ohne dass Pestizide zum Einsatz kamen. Zudem wird dort auch auf die Herkunft geachtet. Nordmanntannen müssen leider unter hohem Transportaufwand aus den Nachbarländern angefahren werden. Besser eigenen sich dagegen Fichten, Kiefern oder Tannen – denn die wachsen meist in der eigenen Region.

Wer sich für einen ökologischen Weihnachtsbaum entschieden hat und ihn nach den Feiertagen nicht sofort im Müll entsorgen will, der hat auch hier Möglichkeiten. Auf zweite Chancen nämlich – und eine sinnvolle Weiterverwertung. Tierparks und Zoos freuen sich häufig über diese Art von Futtermittel. Alternativ eignen sich Zweige aber auch als Dekomaterial – oder zur Befeuerung des Kamins.

Ein Baum ist eben nicht dafür gemacht, uns nur für wenige Tage Freude zu bereiten. Vor allem nicht, wo wir doch jetzt wissen, dass so einfach anders geht. 🎄

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