Très Click
14.12.2022 von Très Click

Warum kommen Singles in Weihnachtsfilmen eigentlich immer so scheiße weg?

Weihnachtsfilme gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Und eigentlich steuern sie alle – bis auf ein paar Ausnahmen à la „Kevin – Allein zu Haus“ und Co. vielleicht – auf ein und dasselbe Ende hin. Und wie sieht das aus? Genau, die Hauptdarstellerin kommt mit ihrer neuen großen Liebe zusammen. Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende… Und joa, wir wollen dieses völlig romantisierte, verkitschte Konstrukt nun ja nicht total bashen (ab und an darf’s auch mal die Kitsch-Keule sein), aber mal ehrlich: Singles (ganz besonders Frauen) haben in solchen Christmas Movies nun echt nicht den allerbesten Status. Oder kennt ihr irgendeinen Weihnachtsfilm, in dem am Ende eine glückliche Single-Frau neben dem geschmückten Weihnachtsbaum sitzt? Eben. In den meisten Movies werden die Single-Damen eher deprimierend dargestellt und alles dreht sich darum, dass am Ende dieser eine Mensch kommt, der die sie aus ihrem oftmals „bemitleidenswerten“ Single-Dasein befreit. Eine Beziehung als DIE ultimative Erfüllung eben… Und bitte versteht uns jetzt nicht falsch, jeder Mensch darf sich natürlich nach einer Partnerschaft sehnen, aber wäre es nicht trotzdem mal erfrischend und sehr viel zeitgemäßer, in Weihnachtsfilmen auch mal glückliche Singles darzustellen? Solche, bei denen sich nicht alles um eine romantische Liebe dreht? Und deren Leben auch noch ohne Partner:in weitergeht? Stichwort: Single Positivity? So richtig scheinen die Macher:innen von Christmas-Romcoms da noch nicht auf den Trichter gekommen zu sein. Refinery29 UK fragt sich in einem Artikel zu dem Thema sogar: „Why Do Christmas Films Hate Single People?“ Das finden wir nun vielleicht etwas überspitzt, aber vom Ding her haben sie definitiv recht. Schaut man sich zum Beispiel einen Klassiker wie „Tatsächlich Liebe“ an, muss man schnell feststellen, dass eigentlich jeder Single-Frau irgendwelche negativen Attribute zugeschrieben werden. Sarah zum Beispiel wird bemitleidet, weil sie sich für ihren Bruder und gegen den hotten Arbeitskollegen entscheidet. Heike Makatsch als sexy Sekretärin aka Verführen hassen am Ende sowieso alle. Und dann ist da noch Aurélias Schwester Sophia, die wegen ihrer Figur aufgezogen wird.

Und klar, dieser Film liegt nun schon fast 20 Jahre zurück, Zeiten ändern sich… aber irgendwie bleibt der Single-Stellenwert in Weihnachtsfilmen trotzdem derselbe und alles dreht sich weiterhin darum, am Ende eben nicht mehr Single zu sein. Ansonsten bekommt man Mitleid, wie zum Beispiel auch in dem Netflixstreifen „Holidate“, in der die Hauptfigur direkt am Anfang diesen Spruch um die Ohren geknallt bekommt: „Seit einem halben Jahr bist du Single, du musst dich wieder umsehen!“ Als gäbe es irgendwo ein Regelbuch, dass das Single-Dasein auf einen bestimmten Zeitpunkt beschränkt, bevor man den Titel „Hoffnungsloser Fall“ auf die Stirn geklebt bekommt. Ein weiteres Beispiel ist da zum Beispiel auch der Netflixfilm „Love Hard“, in dem Nina Dobrevs Figur verbissen auf der Suche nach Mr. Right ist (sogar ihr Beruf dreht sich ums Daten), damit sie endlich ihr Happy End bekommt. Und wenn wir es schon ansprechen: Was ist Happy End überhaupt für eine bescheuerte Bezeichnung? Als würde das Happy-Sein erst mit einem festen Partner oder einer festen Partnerin beginnen.

Klar, dieses veraltete Bild ändert sich mittlerweile zum Glück step by step. Es gibt immer mehr Menschen, die sich ganz bewusst für das Single-Dasein entscheiden und – surprise – happy damit sind. Denkt nur an Emma Watson, die sich vor ein paar Jahren als glücklich „self-partnered“ (also glücklich mit sich selbst vercoupelt) beschrieb. Single-Sein hat also eigentlich längst nicht mehr diesen verpönten Stellenwert. Und jaaaa, dieses Feeling hätten wir gerne auch mehr in Weihnachtsfilmen. „Single zu sein, kann ein total bestärkendes Gefühl sein, und du kannst natürlich trotzdem ein erfülltes Leben führen – das gilt unabhängig davon, ob du eine:n Partner:in finden möchtest oder nicht“, sagt auch Nicola Slawson, Autorin vom Newsletter „The Single Supplement“, im Gespräch mit Refinery29.

Und ja, genau das ist es!!! Natürlich darf man sich Liebe und diesen einen Menschen an seiner Seite wünschen, aber auf dem Weg dorthin hört das Leben ja nicht plötzlich auf. „Das bedeutet Single Positivity für mich. Es geht nicht immer darum, glücklich unvergeben zu sein, sondern darum, gegen die Vorstellung zu rebellieren, dass du zwangsläufig verzweifelt und am Boden zerstört sein musst, bloß weil du gerade keine:n Partner:in hast“, so Nicola weiter. AMEN! Immerhin steckt die Welt doch voller Möglichkeiten, oder? Und wie drückt Alice (Dakota Johnson) es in „How to be Single“ auch so schön aus: „Das Ding am Single-Sein ist: Du solltest es auskosten“! Also bringt diesen Vibe doch bitte endlich mal mehr in Weihnachtsfilmen rüber. Denn Fakt ist nun mal: Es gibt da draußen viele, viele Single-Menschen. Und ne, von denen stürzen sich auch nicht alle direkt in ein schwarzes Loch, weil sie über die Feiertage niemanden haben. Also warum das nicht auch mal in Christmas Movies zeigen? Große Happy Endings mit Verlobungsanträgen und sonst was gibt’s mittlerweile immerhin zur Genüge. Also Schluss mit den deprimierenden Singles, sagen wir! „Tatsächlich Liebe“ gibt’s nämlich nicht nur zwischen zwei Personen, sondern vor allem auch gegenüber sich selbst. ❤️ Und wenn man in Weihnachtsfilmen daran glauben kann, dass sich ein Prinz in eine Journalistin verliebt, oder ein verwöhntes High-Society-Girl sein Gedächtnis verliert und dann natürlich in den Armen eines attraktiven Lodge-Besitzers landet (die Leute lieben „Falling For Christmas“), dann ja wohl auch, dass glückliche Singles an Weihnachten existieren.

Credits: dpa, Bettina Strauss/Netflix

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