#Weltbienentag: Warum die Tierchen gerade in diesem Frühjahr so dringend unseren Schutz brauchen

Wer in den letzten Tagen, wenn nicht sogar Wochen, das Haus verlassen hat, der wird sicherlich ein paar Mal das Näschen gerümpft haben. Schon wieder so grau und eisig. Schon wieder die Winterjacke hervorkramen, die wir spätestens jetzt doch wirklich nur all zu gerne in den Tiefen des Kleiderschranks verschwinden lassen würden.

Ja, dieser Mai ist trist. Ebenso trist, wie es auch der April schon war. Das kann ordentlich aufs Gemüt schlagen. Und lässt uns im Umkehrschluss nur noch sehnlicher vom Frühling träumen. Doch während wir uns glücklicherweise auch weiterhin zuhause einkuscheln können, gibt es andere Lebewesen, die noch viel stärker unter den aktuellen Wetterbedingungen zu leiden haben…

Bienen nämlich. Und genau über sie wollen wir heute, am Welttag der Bienen, ganz besonders ausführlich sprechen. Denn auch wenn es uns im Alltag zunächst wohl nur wenig ausmachen mag, keines der Tierchen mehr umherschwirren zu sehen, kann das doch große Auswirkungen auf uns alle haben.

Bienen sind nicht ohne Grund die wichtigsten Lebewesen der Welt

Für den Fortbestand vieler Pflanzen sind sie nämlich absolut lebensnotwendig. Sie fliegen von Blüte zu Blüte, bedienen sich am Nektar – und sorgen so für eine regelmäßige Bestäubung. Der Mai gilt dabei meist als perfekte Lebensgrundlage. Sowohl für Pflanzen als auch für ihre Bestäuber. Nicht aber in diesem Jahr. Das windige und kühle Wetter erschwert den Bienen das Nektarsammeln: Die Blühdauer vieler Pflanzen wird hinausgezögert. Zudem nimmt durch die niedrigen Temperaturen die Produktion des Nektars ab.

Das bekommen auch Imker*innen zu spüren. Eine Honigernte ist aktuell kaum möglich. Ganz im Gegenteil: Viele Besitzer*innen müssen ihren Bienenvölkern zufüttern, um sie so überhaupt vor dem Verhungern zu schützen.

Was also zunächst nach einer kleinen Krise am Frühstückstisch klingt, hat weit über unseren Genuss hinaus schwerwiegende Folgen. Schließlich sind nicht nur Honigbienen von den Witterungsbedingungen betroffen. Auch Wildbienen und freie Völker nehmen zu wenig Nektar auf – oder erfrieren in der Kälte.

Bienen schützen – aber richtig

Um das Überleben der Tierchen in diesem Jahr sichern zu können, wäre ab sofort eine Durchschnittstemperatur von über 15 °C notwendig. Viel können wir dazu nun leider nicht beitragen. Einige kleine Tipps gibt es aber dennoch, um Bienen über das kalte Frühlingswetter hinwegzuhelfen…

1. Rette orientierungslose Bienen von der Straße und setze sie zurück auf die Wiese

2. Füttere sie, wenn möglich, mit einer Lösung aus Zucker und Leitungswasser

3. Bepflanze deinen Balkon – mit Himbeeren, Lauch, Brombeeren oder Lilien

4. Kaufe ungespritztes Obst und Gemüse

5. Lasse Blüten regnen – mit der „BeeGoodBox“ von GoodBuy

Natürlich tragen diese Schritte nur in kleinen Teilen zur Rettung von Bienenvölkern bei. Ebenso wichtig ist es, kritisch zu bleiben und genau hinzuschauen. Auch Monokulturen in der Landwirtschaft, zerstörter Lebensraum und der Einsatz von Pestiziden schaden den Populationen – und damit schließlich auch uns.

Save the Bees (und damit auch uns)

Wetterbedingte Kälteperioden sind unabhängig vom Klimawandel zu betrachten – und damit (hoffentlich) nur in diesem Frühjahr eine ernsthafte Bedrohung. Die langfristigen Folgen klimatischer Veränderungen (wie Dürreperioden, Unwetter oder extremere Wetterausschläge) können dagegen durchaus eine sein. Mit dem Ausruf des „World Bee Day“ am 20. Mai erkennt die internationale Weltgemeinschaft diese Gefahren an und möchte Bewusstsein schaffen (mehr dazu hier). Dafür, wie elementar Bienen für die Biodiversität und unsere Ernährungssicherheit verantwortlich sind.

Vielleicht denken wir daran ja auch noch, wenn wir das nächste Mal ein Glas Honig kaufen. Oder über eine hungrige Biene am Wegesrand stolpern. Diese Tierchen haben es wirklich drauf. Und verdienen (nicht nur deshalb) unsere ungeteilte Aufmerksamkeit.

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