#WeTheNipple: Warum Hunderte mit aufgeklebten Brustwarzen gegen Facebook demonstrieren

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Ja, auf diesen Bildern sind Brustwarzen zu sehen. Richtig, richtig viele sogar. Aber keiiiine Sorge, anstößig ist daran gar nichts! Denn was wir hier sehen, sind ausschließlich die aufgeklebten Nippel von männlichen Brüsten. PUH, Glück gehabt! Fast wollten wir schon schwarze Balken über jede einzelne davon photoshoppen…

Das wäre fast lustig wenn’s nicht so traurig wäre. Und damit genug Ironie fürs Erste. Obwohl eben genau die manchmal am besten dabei hilft, eine so absurde Thematik passend zusammenzufassen.

Denn es ist die ungleiche Bewertung von männlichen und weiblichen Brustwarzen, die der Künstler Spencer Tunick jetzt mit seinem Performance-Art-Projekt #WeTheNipple sehr eindrücklich anprangert.

Brustwarze ist nicht gleich Brustwarze – finden Facebook und Instagram

Brüste auf Facebook oder Instagram? NO WAY! Die werden sofort gesperrt, gelöscht oder zensiert. Außer natürlich es handelt sich dabei um die von Männern, dann ist da offensichtlich kein Verstoß gegen die Richtlinien zu erkennen…

So so. Schon mal was von „mit zweierlei Maß messen“ gehört, anyone? Kein Wunder also, dass der freizügige Protest vor dem Facebook- und Instagram-Gebäude in New York am vergangenen Sonntag für ordentlich Aufsehen sorgt. Menschen jeden Geschlechts, jeder Hautfarbe und jeden Alters fanden sich dort zusammen, um gemeinsam und unbekleidet, ihren Unmut kund zu tun. Mit einer eindeutigen Haltung:

„Den Körper als etwas Beschämendes zu sehen, schadet jeder Person, die einen Körper hat.“, zitiert jetzt.de Tunicks Worte aus einer Pressemitteilung.

Denn erst indem wir freigelegten Körperteilen überhaupt eine Zensur aufdrücken, verbannen wir sie auch in eine schmuddelige, rein sexuelle, anstößige Ecke. Klar, die sozialen Netzwerke argumentieren natürlich mit dem notwendigen Jugendschutz und dem Vorgehen gegen pornografische Inhalte, die nicht verbreitet werden sollen. Doch ob eine generelle Verdrängung von nackter Haut da wirklich die richtige Lösung ist?

Schließlich wird Frauen so von vornherein die Freiheit abgesprochen, selbst entscheiden zu können, wie viel sie von sich zeigen wollen. Der weibliche Körper wird erstmal pauschal sexualisiert und als reines Objekt der Begierde abgetan. Ganz egal, was für ein Projekt und welche gesellschaftliche Haltung oder Intention dahinterstecken. Als ob man Brüste generell nicht ohne sexuellen Kontext zeigen könnte…

Die Sache mit der (unreflektierten) Doppelmoral

Und das alles passiert, während sich Männer über die Darstellung ihres Oberkörpers einfach mal überhaupt keine Gedanken machen müssen. Um diese Absurdität zu verdeutlichen, tragen die 125 Teilnehmenden der Installation daher nicht nur Bilder von „männlichen“ Nippeln in den Händen – sie tragen diese auch aufgeklebt über den eigenen. Beigesteuert wurden die unproblematischen Brustwarzen dabei unter anderem von prominenten Männern wie Andi Cohen, Adam Goldberg oder Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers.

Ob so die Zensur von Facebook umgangen werden kann? Wir werden es wohl daran sehen, wie lange die Bilder der Aktion tatsächlich online bleiben. Ein wichtiges Zeichen haben die Aktivisten und Spencer Tunick damit aber allemal gesetzt. 💪

Ungleiche Zensur von Nacktheit? Ist auch eine Zensur von Selbstbestimmung

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