Wie es ist, wenn du seine Neue auf einen Kaffee triffst

‚Hey, ich weiß ich bin wahrscheinlich die letzte Person, die du treffen willst, aber ich würde sehr gerne mal mit dir auf einen Drink gehen‘.

Es ist Samstag, ich liege auf dem Sofa und denke gerade an gar nichts, als diese Nachricht in meinem Facebook Messenger aufpoppt.

Bisher dachte ich immer, sowas gibt es nur im Film, aber ich lasse vor Schreck echt mein Handy fallen. Denn sie kommt von Laura – der neuen Freundin meines Ex-Freunds. Krass!

Klar, die Neue stundenlang rauf und runter vor und zurück auf Facebook stalken ist kein Problem. Und sie in der Stammbar mit Todesblicken zu befeuern, die Königsdisziplin jeder verlassenen Freundin. Aber der Erzfeindin Auge in Auge gegenüber zu sitzen – ’ne echt harte Nummer!

Was mache ich denn jetzt??? Erst mal alles meinen Freundinnen erzählen. Sie kennen die Story von mir und meinem Ex, die in der Kurzfassung so lautet:

Wir haben uns in der Schule kennengelernt. Waren zehn Jahre zusammen. Diverse Ups & Downs inklusive. Dann hat er am Telefon Schluss gemacht. AM TELEFON! Weil er eine Neue hatte. Laura. Aber das erfahre ich erst viel später. Genau wie einige andere wirklich unschöne Details.

Obwohl meine Mädels mir bis auf zwei Außnahmen alle davon abraten, mich zu treffen und es mir teilweise sogar verbieten wollen, ist für mich noch am selben Abend klar: Ich will sie treffen. Und das mache ich dann auch.

Bis kurz vor der Verabredung hoffe ich ehrlich gesagt darauf, dass sie absagt. Macht sie aber nicht. Also hin da zum Treffpunkt. Seltsam: Ich bin gar nicht aufgeregt. Ein sehr gutes Zeichen, wie ich finde.

» Ich umarme sie und es fühlt sich gut an   «

Sie steht schon da und wartet auf mich. Ich gehe auf sie zu und weiß: Gleich steht die Begrüßung an. Wie sagt man der Frau ‚Hallo‘, die einem den Freund ausgespannt hat? Die Hand reichen? Küsschen? Eine Ohrfeige?

Ich umarme sie und es fühlt sich gut an. Gar nicht seltsam. Ich habe das Gefühl, sie schon ewig zu kennen. Wir gehen in die Bar und bestellen beide gleichzeitig: ‚einen Moscow Mule bitte‘.

Meinen Freundinnen musste ich versprechen, erst mal sie reden zu lassen. Sie wollte ja schließlich das Treffen und ich solle nicht zu viel von mir preisgeben. Sie nimmt einen kräftigen Schluck von ihrem Moscow Mule und sagt: ‚Ich wusste am Anfang nicht, dass es dich gibt. Und als ich es wusste, war es schon zu spät.‘

Zack, das sitzt. Ich kann nichts sagen. Muss ich auch nicht. Sie redet wie ein Wasserfall. Wie alles angefangen hat. Dass sie sich über einen gemeinsamen Freund kennengelernt haben. Dass er dann plötzlich immer da aufgetaucht ist, wo sie auch war und dass sie dann was angefangen haben. Und ob ich es will oder nicht: Ich kann sie verstehen. Ich hätte es wahrscheinlich genauso gemacht.

» Ich wollte nicht mehr, dass du mich hasst. Ich will nicht die andere sein.' «

Dabei nennt sie auch immer wieder präzise Daten und ich merke: Wir waren einfach mal ein halbes Jahr parallel mit ihm zusammen. Ich warte darauf, dass ich traurig werde. Richtig sauer. Wütend. Aber nichts passiert.

Sie sagt: ‚Du fragst dich sicher, warum ich dich treffen wollte. Ich wollte nicht mehr, dass du mich hasst. Ich will nicht die andere sein.‘ Nicht sie ist das Arschloch. Sondern er.

Dass sie mir im nächsten Satz noch erzählt, dass sie gar nicht mehr zusammen sind, weil er sie auch ständig betrogen hat, höre ich kaum noch. Ich bin zu glücklich. Ich habe den ultimativen Test bestanden:

Ich fühle nichts. Ich bin zu 100 Prozent über ihn hinweg. 

‚Danke‘, höre ich sie sagen. ‚Nein, ich muss dir danken. Ohne dich wäre ich vielleicht immer noch mit diesem Vollidiot zusammen‘, platzt es aus mir raus.

Wir müssen beide lachen und versprechen uns zwei Dinge: Erstens: Wir wollen nie wieder Kontakt mit unserem Ekel-Ex. Und Zweitens: Das war nicht unser letztes Treffen.

Credit: Le 21ème

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