Wie ist es eigentlich, wenn du dich bei Facebook abmeldest?

„Wie bitte? Sie sind nicht bei Facebook?“ Ich kann mich noch gut an den ungläubigen Blick erinnern, mit dem die Chefin eines Frauenmagazins, bei dem ich mich vor drei Jahren vorstellte, mir diese Frage stellte. Nein, ich war damals nicht völlig weltfremd und natürlich war das soziale Netzwerk 2012 auch schon längst bei mir angekommen. Ich hatte nur zwischenzeitlich einfach genug davon. Genug von sinnfreien Statusmeldungen, Frühstücks-Postings und Party-Fotos meiner Freunde, sodass ich mich dann eines Abends einfach dazu entschied, meine soziale Identität zu killen. Zack. Es ging ganz einfach, auch wenn mich der weinende Facebook-Avatar dann doch ganz kurz ein bisschen nachdenklich stimmte. Wenn’s nach der aktuellen Studie dänischer Glücksforscher geht, habe ich damals alles richtig gemacht:

» Wer keine sozialen Netzwerke nutzt, fühlt sich glücklicher, kann sich besser konzentrieren und ist aktiver. «

So heißt es in einer aktuellen Studie. Wenn’s nach der Meinung der Frauenmagazin-Chefin ging, war mein Facebook-Entzug wohl eher ein ziemlicher Fail. Ist wahrscheinlich auch wirklich nicht so die beste Idee, ein so populäres Medium wie Facebook nicht zu nutzen, wenn man „irgendwas mit Medien“ machen will. 

Aber auch abseits des Beruflichen brachten die sieben Monate ohne Facebook-Profil keine verbesserte Lebensqualität. Im Gegenteil: Kontakt zu Leuten aufzunehmen war plötzlich viel schwieriger. Die Hürde, entfernte Bekannte aus dem Sportkurs nach der Nummer zu fragen, ist halt viel höher, als mal eben eine Freundschaftseinladung per Facebook zu verschicken. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie der Typ, den ich gerade datete, plötzlich wie aus dem Nichts für zwei Wochen verschwand. Ghosting? Nein. Die vorwurfsvolle Antwort: „Mein Handy war kaputt und dich kann man ja auch über Facebook nicht kontaktieren.“

Manche sagen ja, für die echten Freunde braucht man gar kein Facebook. Von denen hört man ja auch so oft genug was, hat deren Telefonnummer und Adresse. Stimmt. Und stimmt nicht, denn meine Freunde und ich sind halt leider nicht mehr 15, gehen nicht mehr alle zusammen in die gleiche Klasse und haben auch nicht den ganzen Nachmittag Zeit, miteinander zu telefonieren. Die Realität sieht leider so aus. dass wir alle über die ganze Welt verstreut wohnen, 40 Stunden die Woche arbeiten und uns inzwischen selbst für 30-minütige Telefonate verabreden müssen. Da ist nichts mit kurz mal eben anrufen .

Eine wirkliche Zeitersparnis habe ich durch die Facebook-Abwesenheit damals auch nicht bemerkt. Gut, Nachrichten waren meistens qualitativer und weniger quantitativ als über die sozialen Netzwerke. Schreibt aber mal eurer besten Freundin abends eine Mail und versucht euch „kurz“ zu halten. Geht nicht. Das dauert gut und gern eine Stunde. Da sind mir 25 Nachrichten aus „Kuss-Emojis“, „Boah, keine Lust auf Konferenz gleich“ oder Montag-Morgen-Foto-Austausch via Facebook-Chat dann doch lieber. Diese kleinen Lebenszeichen zu verschicken dauert höchstens eine Minute und man kann das ganz nebenbei kurz mal erledigen. Guter-Laune-Kick inklusive.

Wo wir gerade bei guter Laune sind: Statusmeldungen und Fotos aus dem letzten Urlaub der Freunde sollen uns ja angeblich neidisch und unzufrieden machen. Auch dem kann ich nur widersprechen. Wenn ich die Reisefotos meiner Freunde aus Bali, Israel oder Peru auf Facebook sehe, bin ich nicht neidisch. Ich fühle mich eher inspiriert, auch mal ein neues Reiseziel auszuprobieren. Soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram motivieren mich sogar zum Sport. Ehrlich, ich finde es irgendwie beruhigend zu wissen, dass ich nicht die einzige Bekloppte bin, die morgens um 7:15 Uhr eine Stunde durch Hamburgs Nieselregen läuft, um auf ihr wöchentliches Sportpensum zu kommen.

Wen Facebook, Instagram und Co. trotzdem stressen, kann es ja mal mit diesen Detox-Tipps probieren: Wie wäre es zum Beispiel damit, Facebook nur einmal die Stunde für ein paar Minuten zu öffnen? Und morgens sollte der erste Griff nicht sofort zum Smartphone gehen. Ist doch viel entspannter, erst mal in Ruhe einen Kaffe zu trinken. Ach ja: Auch wenn das Smartphone mal für ein paar Stunden im Flugmodus ist, geht die Welt NICHT unter. Versprochen.

Credit: Le 21ième

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