Wie ist es eigentlich, wenn man gar keinen ALKOHOL mehr trinkt?

“Nein, ich bin NICHT schwanger“, diesen Satz höre ich mich seit vier Wochen ziemlich oft sagen. Nicht, weil ich zu viel gefuttert habe und einen verräterisches Bäuchlein hätte. Ich muss diesen Satz ständig sagen, seit ich Sekt, Gin Tonic und Co. dankend ablehne, statt mich wie sonst gierig drauf zu stürzen.

Das habe ich bis vor vier Wochen ungefähr vier Tage die Woche getan. Ich bin oft bei Freunden und auf Events eingeladen und da wird selbstverständlich getrunken. Nicht ein, nicht zwei, sondern eher vier Gläser. Und an den Abenden, an denen ich Zuhause war? Da gesellte sich gerne eine Flasche Rotwein zu mir mit auf die Couch.

Meine Ausreden immer: „Früher bin ich Freitag und Samstag feiern gewesen und habe mich da immer total abgeschossen. Ist doch viel besser lieber jeden Tag ein bisschen zu trinken!“

» Ich trinke an 7 Tagen die Woche Alkohol «

Nein, ist es nicht. Das musste ich feststellen, als ich einer befreundeten Ärztin meine Suff-Theorie unterbreitete. „Jeden Tag trinken ist leider ungesünder. Es weist mehr Suchtpotenzial auf.“

Ab diesem Moment beobachte ich mich selbst aufmerksam. Bekam ich früher schon von einem Glas Rotwein einen echten Schwips, merke ich jetzt selbst nach zwei Gläsern fast nichts. Ebenfalls verdächtig: Nach einem feuchtfröhlichen Abend bekomme ich keinen Hangover. Dafür immer häufiger am Start: der emotionale Kater. War ich zu laut? Habe ich etwas Doofes gesagt. Oder mich peinlich verhalten?

Und ich bin nicht die Einzige, der etwas auffällt. Mein Mann fragt mich abends beim Essen: “Krass, ist dein Glas schon leer?“ Und seine Freunde loben mich für meine Trinkfestigkeit, die locker mit ihrer mithalten kann.

Da rettet mich selbst mein letzter Ausreden-Joker, dass ich nie alleine trinke, nicht mehr. Um mich selbst zu beruhigen mache ich online einen Test, wie groß meine Gefahr ist, alkoholabhängig zu werden. Eine der Fragen: Ob ich mich auch schon morgens auf meinen Feierabend-Drink freue. Na klar, wer tut das nicht? Und auch die anderen Fragen beantworte ich leider zum größten Teil mit ‚Ja‘. Erschreckend: Schon zwei ‚Ja‘-Antworten reichen, um als gefährdet zu gelten. Oh, oh…

Immer öfter kommt mir folgender Satz in den Kopf: „Ich bin Alexandra Holscher und ich bin Lifestyle-Alkoholikerin.“ Kein Grund für eine Rehab. Aber ein Grund, dringend das Glas zur Seite zu stellen.

Seitdem in meinem Glas die klare Flüssigkeit von Gin Tonic auf Wasser umgestellt wurde, sehe ich viel klarer und bin echt geschockt, wie selbstverständlich immer und überall Alkohol getrunken wird. Neulich war ich um 9:30 Uhr bei einem PR-Termin und wurde enttäuscht angeschaut, als ich das neue Wodka-Mix-Getränk ablehnte. Ebenso fällt mir beim Lunch auf, wie viele Menschen mittags Wein zu ihrem Essen bestellen oder mit einem Aperitif starten.

Ab und zu habe ich total Lust auf ein Glas Wein, aber dann denke ich einfach an all die Male, als ich aus Gewohnheit getrunken habe und es gar nicht mal toll geschmeckt hat. Ansonsten klappt die Abstinenz erstaunlich gut. Und wenn mir die ständige Warum-trinkst-du-nicht-Fragerei zu viel wird sage ich einfach: „Boah, habe noch mega den Kater von gestern.“

Zuhause bleibe ich natürlich nicht. Ich gehe genauso gerne aus wie vorher und habe bemerkt, dass ich gar keine Drinks brauche, um „aufzutauen“. Ich kann mich sogar viel besser ohne Schwips unterhalten und halte auch länger durch.

Keine Sorge: Zu Geburtstagen und besonderen Anlässen werde ich natürlich anstoßen und trinken. Aber eben nicht jeden Tag. Und es lohnt sich schon: Morgens bin ich jetzt viel fitter und richtig stolz auf mich. Prost! Darauf trinke ich einen (alkoholfreien Cocktail)! 

Credit: Le 21ème

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