#YouKnowMe: Darum erzählen Frauen unter diesem Hashtag jetzt von ihren Abtreibungen

In den letzten Tagen stand die Welt für einen kurzen Moment still. Schockstarre. Oder zumindest unsere Welt. Denn in Alabama wurde jetzt das bisher strengste Abtreibungsgesetz in ganz Amerika verabschiedet, das es Ärzten verbietet, nach nur wenigen Wochen überhaupt noch einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen. Auch Schwangerschaften, die durch Vergewaltigungen oder Inzest entstehen, stellen dabei keine Ausnahme dar. Dabei wissen Frauen in dieser ersten Zeit meist noch gar nicht, dass sie überhaupt schwanger sind…

Und Alabama ist mit diesem Verbot nicht alleine. Der Bundesstaat folgt damit dem Beispiel von Georgia, Mississippi, Kentucky und Ohio (mehr dazu hier).

Daher also die Schockstarre. Und daher der aufkommende Protest, der sich weltweit formiert – unter Promis, wie auch der normalen Bevölkerung. Von Frauen und auch von Männern. Denn was hier so als „Pro Life“-Haltung ausgegeben wird, ist in der Umsetzung vor allem eines: Ein Gesetz, das Frauen die legale Möglichkeit nimmt, selbst über ihren Körper entscheiden zu können.

Ein Rückschritt, beschlossen von Männern, über die Köpfe von Frauen hinweg – den Menschen online und offline nicht einfach so hinnehmen wollen. Eine davon ist Busy Philipps, die mit einem Tweet jetzt dazu auffordert, eigene Geschichten zum Thema Abtreibung auf Twitter zu teilen. Um ihnen die Tabuisierung zu nehmen und um klar zu machen: Es ist unser Körper, also ist es auch unsere Entscheidung. Denn tatsächlich hat eine von vier Frauen in ihrem Leben schon abgetrieben. Und jede von ihnen hatte Gründe dafür. Gute Gründe, die es (egal wie wenig nachvollziehbar es für manche scheinen mag) unmöglich machten, das Kind tatsächlich auszutragen.

Busy Phillips startet mit #YouKnowMe eine Welle des Protests

„1 von 4 Frauen hatte eine Abtreibung. Viele Leute denken, sie kennen niemanden davon, aber #DuKennstMich. Also lasst uns gemeinsam laut werden: Wenn du auch die eine von vier bist, dann erzähle deine Geschichte und fang damit an, das Stigma zu beenden. Verwende den Hashtag und teile deine Wahrheit.“

Abtreibungen müssen sicher (und deshalb legal) bleiben

Das hier ist kein Thema, das aus der Gesellschaft herausfallen kann. Es steckt kein leichtfertiges Handeln dahinter, wie es Frauen so oft unterstellt wird. Und die individuelle Entscheidung sollte genau deshalb auch niemand jemals für einen anderen Menschen treffen dürfen. Jeder für sich selbst. Im besten Fall mit Unterstützung im Hintergrund.

Denn ein Verbot führt nicht dazu, dass weniger Frauen eine Schwangerschaft beenden. Die äußeren Umstände verändern sich durch die Illegalisierung schließlich nicht. Es gibt dadurch ja nicht plötzlich eine bessere finanzielle Absicherung oder weniger gewalttätige Partnerschaften. Es wird auch nicht dafür gesorgt, dass der Berufseinstieg danach leichter gelingt oder dass einem Existenzängste schneller genommen werden. Ein Verbot führt nur zu einer höheren Dunkelziffer. Und dazu, dass Schwangerschaftsabbrüche stigmatisierter sind denn je und unter erhöhten gesundheitlichen Risiken durchgeführt werden.

Kann das wirklich jemand wollen?! Können das wirklich Männer über uns hinweg entscheiden, die zwar gleichermaßen an der Befruchtung beteiligt sind, sich anschließend aber deutlich leichter aus der Affäre ziehen können? Die eine Schwangerschaft niemals selbst durchleben werden und deshalb vielleicht manchmal sogar weniger ernsthaft mit dem Thema Verhütung umgehen?!

Denn hey, kurzer Plot-Twist: Jeder Mann, der gegen Abtreibungen ist, kann sich doch gerne in Zukunft einfach eine Vasektomie verpassen lassen. Und schon kommt es nicht mehr zu ungewollten Schwangerschaften. Problem solved. Aber, ach nee, stimmt ja: Eine solche Entscheidung sollte eine Frau nicht über den Körper eines Mannes treffen…

Viele Frauen folgen deshalb dem Aufruf. Sie erzählen ihre Geschichten – und die schnüren uns kurz mal die Luft ab:

Ganz klar. Nicht bei jeder Frau ist die Grausamkeit einer Vergewaltigung Grund für die Abtreibung. Doch das macht alle anderen Gründe nicht weniger legitim. Und sie müssen auch nicht ausgesprochen werden, um ihre Berechtigung zu haben.

Wer jetzt aber glaubt, diese Gründe würden sich durch ein Verbot von Abtreibungen verändern lassen, der bleibt vermutlich enttäuscht zurück. Denn es sind und bleiben eben die äußeren und inneren Umstände, die uns letztendlich entscheiden lassen – und nicht die Angst vor einer Bestrafung.

Daran sollte also gearbeitet werden. Und nicht daran, Frauen ihre Selbstbestimmung abzusprechen. Und damit wieder sie in die alleinige Verantwortung zu stellen. Dieses Recht haben weder einflussreiche Männer oder der Staat, noch sonst irgendjemand.

In diesem Sinne… Was Dani Fernandez sagt:

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