Recyclingsystem für Zigaretten: Diese Rentnerin jagt Kippenstummel – und macht etwas Gutes daraus

Ja, sie sind ein Laster. Ein ziemlich gefährliches sogar. Eines, das süchtig macht und hochgradig krebserregend ist. Dennoch bleibt der Konsum von Zigaretten jeder erwachsenen Person natürlich selbst überlassen.

Schließlich betrifft es ja nur den eigenen Körper. Oder etwa nicht? Nun jaaa, wenn wir schon so gezielt diese Frage stellen, könnt ihr euch sicher denken, dass da noch mehr dahinter steckt… Denn Tabakwaren schaden längst nicht nur der rauchenden Person selbst.

Vom Passivrauchen mal ganz abgesehen, landen zahlreiche der toxischen Überreste auch viel zu schnell in der Natur. Ob auf dem Land oder in der Großstadt … wenn kein Mülleimer in der unmittelbaren Nähe steht, wird oftmals einfach auf den Boden geschnippt. 340 bis 680 Millionen Kilogramm werden laut einer Studie der WHO weltweit jährlich unsachgemäß entsorgt – und verschmutzen dabei nachhaltig die Umwelt. Tiere halten sie für Essensreste, giftige Schadstoffe gelangen in die Erde und schließlich sogar ins Grundwasser. Bereits ein einziger Zigarettenstummel kann dabei ganze 40 Liter Wasser verunreinigen. Nicht wirklich ein Bild, das Verantwortlichen gerne vor Augen gehalten wird.

Ein Recycling-Projekt gegen die Umweltverschmutzung

Wenn also schon geraucht wird, warum dann nicht wenigstens mit Umsicht? Das fragt sich auch die ehemalige Unternehmerin Karin Meixner-Nentwig. Vor drei Jahren begann die 82-Jährige in ihrer Heimatstadt Amberg damit, Zigarettenstummel aufzusammeln. Zum einen, um Bewusstsein für das riesige Müllproblem zu schaffen, zum anderen aber auch, um etwas Neues daraus zu schaffen.

Gemeinsam mit dem von ihr gegründeten Verein „Kippenjäger“ brachte sie so ein naheliegendes Recyclingprodukt hervor: den Dosen-Aschenbecher aus Überresten für unterwegs. Und zwar aus den Überresten von Tabakwaren und anderen typischen Abfallprodukten – wie etwa Kaugummis.

Karin Meixner-Nentwig geht mit gutem Beispiel voran

Der Verein hat sich inzwischen weitläufig etabliert. 14 Restaurants und Cafés verwenden die Sammel-Aschenbecher des Vereins und legen Info-Materialien in ihren Geschäften aus. Und auch darüberhinaus wird wichtige Aufklärungsarbeit betrieben. Um die Wiederverwertung des Abfallprodukts gewährleisten zu können, ist es notwendig, die Stummel getrennt vom Restmüll zu entsorgen. Wer also zur Wiederverwertung beitragen möchte, der nutzt im besten Fall die speziell dafür vorgesehenen Extra-Auffangbehälter. In Amberg sind diese nicht in den Mülleimer integriert – sondern eigenständig und großflächig in der ganzen Stadt verteilt.

Zweimal im Jahr werden die gesammelten Kippen zum Recycling gebracht und aufbereitet. Der Aufwand scheint sich zu lohnen. Auch, weil das Bewusstsein für die Problematik steigt und sich immer mehr Menschen dem Konzept anschließen. In weiteren deutschen Städten, wie etwa Hamburg oder Köln, werden die Stummel von Tobacycle auf ähnliche Weise gesammelt und wiederverwertet. Frau Meixner-Nentwig zeigt sich zufrieden mit der Entwicklung und ermutigt dennoch weiterhin dazu, selbst aktiv zu werden: „Sprecht Raucher an, die ihre Kippen auf den Boden werfen und macht sie auf die Umweltverschmutzung aufmerksam.“ 

Alrighty. Wir sind dann mal unterwegs. Natürlich mit Mülltüten und Taschenaschenbechern ausgestattet. 😏

Weniger Müll, mehr Bewusstsein: In Amberg werden Zigaretten recycelt

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