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Dachten wir auch: Dass die HPV-Impfung nur was für Teenager ist
Wenn wir an die HPV-Impfung denken, denken die meisten von uns an den Kinderarzt, U-Heft-Termine und Jugendliche mit Zahnspange. Dachten wir bis vor nicht allzu langer Zeit auch! Doch dann sind wir über eine Information gestolpert, die uns überrascht hat: Auch für Erwachsene kann die HPV-Impfung noch individuell sinnvoll sein.
Denn die Impfung ist die wichtigste Präventionsmaßnahme, um bestimmten HPV-bedingten Krebsarten vorzubeugen, deshalb fanden wir: Darüber sollten wir sprechen.
Viele Menschen hören: „Empfohlen von 9–14, nachholen bis 18“ – und denken: „Danach bringt es nichts mehr.“
Der Mythos, auf den wir reingefallen sind!
Denn auch wenn die Immunantwort des Körpers auf die HPV-Impfung mit steigendem Alter geringer ausfallen kann als bei einer Impfung im Kindesalter, kann die HPV-Impfung für Erwachsene unter bestimmten Voraussetzungen dennoch sinnvoll sein. Schließlich gibt es über 230 verschiedene HPV-Typen. Selbst wenn man bereits Kontakt mit einem oder mehreren HPV-Typen hatte, kann die Impfung noch bestimmten Erkrankungen vorbeugen, die von den anderen im Impfstoff enthaltenen HPV-Typen verursacht werden können.
Bedeutet das, dass ich mich mit 35, 40 oder 45 noch impfen lassen kann?
Für Erwachsene gibt es keine allgemeine STIKO-Empfehlung wie bei Kindern und Jugendlichen. Die Entscheidung wird individuell mit der Ärztin oder dem Arzt getroffen. Studien liegen sogar für Frauen bis 45 Jahre vor. Ob eine Impfung noch sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation ab. Besonders interessant kann das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt sein, wenn:
● man bisher gar nicht mit der HPV-Impfung geimpft wurde
● man neue Partnerschaften eingeht
● man sich grundsätzlich zusätzliche Beratung zu HPV-bedingten Krebserkrankungen wünscht
Wichtig zu wissen: Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse kann bei Erwachsenen unterschiedlich geregelt sein. Deshalb lohnt es sich, vorher nachzufragen.
Was viele außerdem nicht wissen: HPV betrifft nicht nur Frauen
Lange wurde die HPV-Impfung fast ausschließlich mit Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Tatsächlich können HPV-Infektionen aber auch bei Männern in bestimmten Fällen gewisse HPV-bedingte Krebsarten verursachen. Deshalb wird die Impfung inzwischen ausdrücklich von der STIKO sowohl für Mädchen als auch für Jungen von 9-14 Jahren empfohlen, um bestimmten HPV-bedingten Krebsarten vorzubeugen.
Die wichtigste Präventionsmaßnahme, um bestimmten HPV-bedingten Krebsarten vorzubeugen
Das vielleicht Erstaunlichste an der ganzen Geschichte: Die HPV-Impfung kann bestimmten HPV-bedingten Krebsarten vorbeugen.
Genau deshalb setzen sich Initiativen wie ENTSCHIEDEN. Gegen Krebs. dafür ein, mehr Aufmerksamkeit für das Thema HPV zu schaffen. Denn obwohl die HPV-Impfung seit Jahren verfügbar ist, sind die Impfquoten in Deutschland noch immer deutlich niedriger als in anderen Ländern. So liegt die Quote für vollständig geimpfte Mädchen und Jungen bis 15 Jahren in Ländern wie Schweden, Norwegen, Australien und Portugal zwischen 80 und 90% im Jahr 2024. In Deutschland betrug sie im selben Jahr bei den 15-Jährigen hingegen 55 % bei Mädchen und 36 % bei Jungen.
Unser Fazit
Wir dachten ehrlich gesagt lange: HPV-Impfung? Das ist ein Thema für Teenager. Heute wissen wir: Ja, die Impfung ab 9 kann ihre Wirkung besser in jungen Jahren entfalten. Aber die Geschichte endet nicht automatisch mit dem 18. Geburtstag.
Wenn du bisher nicht geimpft bist und dich fragst, ob das für dich noch sinnvoll sein könnte, lohnt sich ein Gespräch mit deiner Frauenärztin, deinem Urologen oder in deiner Hausarztpraxis.
Denn bei HPV und Gesundheitsvorsorge gilt eigentlich dasselbe wie bei Sonnencreme, Altersvorsorge und Backup-Festplatten: Später ist oft nicht optimal. Aber meistens immer noch besser als nie. ❤️
Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Initiative ENTSCHIEDEN.Gegen Krebs. Weitere Informationen findest du bei ENTSCHIEDEN.GegenKrebs..
