
Anzeige / in Kooperation mit OTTO
DIESE neue Idee für Versandkartons ist ziemlich clever!
Wie Moorpflanzen im Versandkarton landen – und warum ausgerechnet ein ziemlich unscheinbarer Rohstoff dabei helfen könnte, trockengelegte Moore wieder nass zu machen.
Wir müssen kurz über die stille Nebenwirkung unserer Onlinebestellungen sprechen. Nicht über den Moment, in dem man feststellt, dass die Hose in zwei Größen bestellt wurde und natürlich ausgerechnet die falsche passt. Sondern über das, was nach dem Auspacken übrig bleibt: der Karton. Flach treten, ab ins Altpapier, nächstes Paket.
Ganz aufhören zu bestellen? Für die meisten von uns weder realistisch noch besonders verlockend. Umso spannender ist die Frage, ob sich wenigstens die Verpackung klüger machen lässt. OTTO testet dafür einen Rohstoff, den vermutlich kaum jemand auf seiner E-Commerce-Bingo-Karte hatte: Pflanzen aus nassen Mooren.
Das klingt zunächst nach einem sehr deutschen Mash-up aus Onlinehandel, Landwirtschaft und Biologieunterricht. Dahinter steckt aber eine ziemlich nachvollziehbare Idee: Ein Teil der Fasern im Versandkarton wird durch sogenannte Paludi-Biomasse ersetzt. Also durch Schilf, Rohrkolben, Sauergräser und andere Pflanzen, die auf nassen oder wiedervernässten Moorflächen wachsen können.
Warum Moore plötzlich etwas mit unseren Paketen zu tun haben
Moore sehen vielleicht nicht spektakulär aus, sind fürs Klima aber erstaunlich wichtig. Solange sie nass und intakt sind, speichern sie Kohlenstoff über sehr lange Zeit. Werden sie trockengelegt, gelangt Sauerstoff an den Torf, er zersetzt sich – und der gebundene Kohlenstoff wird wieder freigesetzt. Laut OTTO sind in Deutschland mehr als 90 Prozent der Moore für Landwirtschaft oder Torfabbau entwässert; rund sieben Prozent der jährlichen deutschen CO₂-Emissionen stammen demnach aus trockengelegten Mooren.
Die naheliegende Lösung lautet: wiedervernässen. Für Landwirt:innen ist das allerdings nicht einfach eine ökologische, sondern auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Klassische Landwirtschaft funktioniert auf nassem Boden kaum. Genau hier setzt Paludikultur an. Der Name kommt vom lateinischen „palus“, also Sumpf, und bezeichnet die land- und forstwirtschaftliche Nutzung nasser oder wiedervernässter Moorflächen.
Statt das Wasser aus der Fläche herauszuhalten, werden Pflanzen angebaut oder geerntet, die mit Nässe klarkommen. Wird diese Biomasse zu einem verkäuflichen Rohstoff, kann die Wiedervernässung für landwirtschaftliche Betriebe wirtschaftlich interessanter werden. Der eigentliche Charme der Idee liegt also nicht nur in einer neuen Kartonfaser, sondern in dem möglichen Geschäftsmodell dahinter: Das Moor bleibt nass – und die Fläche kann trotzdem genutzt werden.
Und daraus wird wirklich ein Versandkarton?
Ja. Die geernteten Nasswiesengräser werden aufbereitet und dem Rohpapier für die Wellpappe beigemischt. Der aktuelle OTTO-Karton enthält mindestens zehn Prozent Paludi-Biomasse; der übrige Anteil besteht überwiegend aus Recyclingmaterial. Herkömmliche OTTO-Versandkartons bestehen laut Unternehmen bereits zu mindestens 80 Prozent aus FSC®-zertifizierter Recyclingwellpappe.
Der neue Karton fühlt sich etwas rauer und natürlicher an, soll aber genauso stabil sein wie eine konventionelle Versandverpackung. Auch empfindliche Produkte sollen darin genauso zuverlässig geschützt sein. Für Kund:innen ändert sich deshalb vor allem die Optik – nicht der Umgang: Der Karton kommt nach dem Auspacken weiterhin ganz normal ins Altpapier. Einen Aufpreis verlangt OTTO dafür nicht.
Nach einer Testphase soll der Einsatz nun deutlich wachsen. Bis Ende 2026 sollen mindestens 50 Prozent der OTTO-Versandkartons einen Paludi-Anteil von mindestens zehn Prozent enthalten. Bis Ende 2027 soll das für alle OTTO-Versandkartons gelten.
Bis Ende 2027 sollen alle OTTO-Kartons einen Paludi-Anteil von mindestens 10% haben
Klingt gut. Worin liegt der ökologische Vorteil des Kartons?
Hier lohnt sich eine ehrliche Antwort: Das lässt sich aktuell noch nicht abschließend beziffern. Der neue Karton spart zwar Frischholzfasern ein, und die Nachfrage nach Moorbiomasse kann Anreize schaffen, entwässerte Flächen wiederzuvernässen. Wie groß der ökologische Vorteil gegenüber dem bisherigen OTTO-Karton über den gesamten Lebenszyklus tatsächlich ist, lässt das Unternehmen derzeit von unabhängigen Dritten untersuchen.
Eine Lebenszyklusanalyse soll unter anderem Wasserverbrauch und herstellungsbedingte CO₂-Emissionen betrachten; genauere Ergebnisse erwartet OTTO 2027. Das ist weniger catchy als ein sofortiges „Dieser Karton rettet das Klima“, aber sehr viel seriöser. Denn Verpackungen verbessern sich nicht allein dadurch, dass ein anderer Rohstoff darin steckt. Entscheidend ist die Gesamtbilanz – vom Anbau und der Ernte über Verarbeitung und Transport bis zum Recycling.
Ausgezeichnet wurde die Idee trotzdem schon: OTTO erhielt für den Paludi-Karton den Deutschen Verpackungspreis 2025 in der Kategorie „Nachhaltigkeit / Materialsubstitution“. Entwickelt wird das Projekt im Umfeld der Initiative toMOORow, die unter anderem von der Umweltstiftung Michael Otto und der Michael Succow Stiftung initiiert wurde. Bemerkenswert ist außerdem, dass Paludi nicht als exklusive OTTO-Lösung gedacht ist: Auch andere Unternehmen testen den Rohstoff in Produkten. Je größer eine verlässliche Nachfrage wird, desto eher könnte daraus ein echter Markt für Biomasse von nassen Moorflächen entstehen.
Unser Eindruck aus dem Teufelsmoor
Für das neue Moor-Packaging von OTTO habe ich heute meine Heels gegen Gummistiefel getauscht und stand plötzlich knöcheltief im Bremer Teufelsmoor. Als Moorexperte Jan Peters bei einer echten Torfbohrung ein Stück Erde ans Tageslicht holte, das unglaubliche 2000 Jahre alt ist, war das ein echter Gänsehautmoment. Wer hätte gedacht, dass purer Klimaschutz so erdverbunden und unsere künftigen Fashion-Kartons so innovativ sein können?
Was wir an der Idee mögen: Sie versucht nicht, uns das Bestellen mit erhobenem Zeigefinger auszureden. Stattdessen setzt sie an einem Teil des Systems an, der ohnehin anfällt – und verbindet ihn mit einer Nutzungsperspektive für wiedervernässte Moore. Das macht aus einem Versandkarton noch lange kein grünes Gewissen zum Zusammenfalten. Aber möglicherweise einen kleinen Baustein für eine sinnvollere Verpackungs- und Landwirtschaftspraxis.
Die 7 wichtigsten Fragen zu OTTO Paludi
1. Was ist Paludi überhaupt – und warum sollte mich das interessieren?
Paludi-Biomasse ist ein Rohstoff aus Pflanzen wie Schilf, Rohrkolben und Sauergräsern, die auf nassen Moorflächen wachsen können. Nasse Moore speichern viel Kohlenstoff. Werden sie entwässert, zersetzt sich der Torf und es entstehen CO₂-Emissionen. Die wirtschaftliche Nutzung der Moorpflanzen kann einen Anreiz schaffen, landwirtschaftlich genutzte, entwässerte Moore wiederzuvernässen und intakte Moore zu erhalten. OTTO will mit dem Einsatz im Versandkarton dazu beitragen. Auch andere Unternehmen testen Paludi in Produkten.
2. Wie ernst meint OTTO das? Sind jetzt alle OTTO-Kartons aus Paludi?
Noch nicht. OTTO befindet sich in der Umstellung. Bis Ende 2026 sollen mindestens 50 Prozent der OTTO-Versandkartons einen Paludi-Anteil von mindestens zehn Prozent enthalten. Bis Ende 2027 sollen alle OTTO-Versandkartons mindestens zehn Prozent Paludi-Biomasse enthalten.
3. Hat die Verpackung dadurch irgendwelche Nachteile für mich?
Laut OTTO nein. Der Paludi-Karton soll genauso stabil sein und die Ware genauso zuverlässig schützen wie konventionelle Kartonagen.
4. Muss ich dafür mehr bezahlen?
Nein. OTTO berechnet Kund:innen für den Paludi-Karton keine zusätzlichen Kosten.
5. Warum ist das besser als normales Papier oder Karton?
Im Verpackungsmaterial werden Frischholzfasern eingespart. Der größere Hebel liegt aber möglicherweise außerhalb des Kartons: Eine wirtschaftliche Nutzung von Moorpflanzen kann die Wiedervernässung entwässerter Flächen attraktiver machen. Nasse Moore speichern Kohlenstoff und bieten spezialisierten Pflanzen und Tieren Lebensraum.
6. Kann ich die Verpackung genauso einfach entsorgen wie bisher?
Ja. Der Paludi-Karton wird über das haushaltsübliche Altpapier entsorgt und wieder dem Papierrecycling zugeführt.
7. Worin liegt der Vorteil von Paludi-Kartons gegenüber normalen OTTO-Kartons?
Das lässt sich derzeit noch nicht abschließend quantifizieren. Auch die bisherigen OTTO-Versandkartons bestehen bereits zu mindestens 80 Prozent aus FSC®-zertifizierter Recyclingwellpappe und sind recycelbar. Der besondere Mehrwert der Paludi-Variante liegt in der Nutzung von Moorpflanzen und dem damit verbundenen wirtschaftlichen Anreiz zur Wiedervernässung. Den genauen ökologischen Mehrwert lässt OTTO aktuell durch unabhängige Dritte in einer Lebenszyklusanalyse berechnen. Ergebnisse zu Wasserverbrauch und herstellungsbedingten CO₂-Emissionen werden für 2027 erwartet.
Mehr erfahren
Alle Hintergründe zum Paludi-Projekt von OTTO gibt es auf der Projektseite sowie auf der Themenseite. Weitere Informationen zur Initiative und zur Nutzung von Moorbiomasse bietet toMOORow.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel entstand in bezahlter Kooperation mit OTTO. Die redaktionelle Einordnung und Formulierung liegen bei Très Click.
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