
Getty Images
Diese Designertaschen sehen auf Instagram besser aus als im echten Leben
Ich liebe Designertaschen. Wirklich. Ich besitze viele, habe noch mehr getestet – und genau deshalb sage ich das jetzt ganz bewusst: Nicht jede It-Bag, die auf Instagram ein Traum ist, funktioniert auch im echten Leben.
Social Media lebt von perfekten Winkeln, leeren Taschen, idealen Outfits und einem Alltag, der oft nicht stattfindet. Realität dagegen heißt: Gewicht, Volumen, Körpergröße, Kinder, Termine, Bewegung. Und genau hier scheitern manche Taschen grandios – egal, wie begehrt oder teuer sie sind.
Als bekennender Taschenfan (alle Taschen, die sich wirklich lohnen HIER) behalte ich nur Modelle, die getragen werden wollen – nicht bewundert aus dem Regal. Diese fünf Taschen sehen auf Fotos spektakulär aus, sind im Alltag aber oft mehr Schein als Sein.
1. Chanel 26
Minimalismus auf die Spitze getrieben – und genau das ist das Problem.
Die Chanel 26 ist aktuell eine der begehrtesten Taschen überhaupt. Clean, reduziert, kein großes Logo, kein Schnickschnack. Auf Instagram wirkt sie modern, fast schon intellektuell. In der Realität ist sie – zumindest in der kleinen Version – extrem klein.
Ich habe sie gekauft. Und ich habe sie direkt wieder verkauft.
Nicht, weil sie nicht schön ist – sondern weil sie in keinem Verhältnis zu meiner Körpergröße stand und im Alltag schlicht nicht funktioniert hat. Sie ist eine Tasche für Bilder, nicht für Bewegung. Dass ich sie fast zum Originalpreis weiterverkaufen konnte, sagt alles über den Hype – aber wenig über ihre Alltagstauglichkeit.
2. Loewe Puzzle Bag
Ein Design-Meisterwerk. Keine Frage.
Die Puzzle Bag ist architektonisch spannend, ein echtes Fashion-Statement und aus der Ferne ein absoluter Hingucker. Aber: Sie ist eine Tasche, die mehr Aufmerksamkeit fordert, als sie gibt.
Das Öffnen ist umständlich, das Packen wenig intuitiv, das Tragen oft steifer, als es aussieht. Auf Fotos wirkt sie lässig und modern – im Alltag muss man sie mögen und mit ihr arbeiten wollen. Für viele bleibt sie deshalb eher Designobjekt als Alltagsbegleiter.
3. Jacquemus Le Chiquito
Die Definition von Instagram-Ästhetik.
Diese Tasche hat Geschichte geschrieben – als Mini-Bag, die eigentlich keine sein will. Sie sieht auf Fotos fantastisch aus, ist ironisch, modisch, ein Statement. Aber im echten Leben? Sie ist keine Tasche, sondern ein Accessoire.
Schlüssel, Handy, Lippenpflege – und das war’s. Alles darüber hinaus sprengt das Konzept. Wer Taschen liebt, um Dinge bei sich zu tragen, wird hier schnell frustriert sein.
4. Dior Saddle Bag
Ikonisch, ja. Praktisch? Schwierig.
Die Saddle Bag ist ein Klassiker mit Wiedererkennungswert. Aber ihre Form macht sie im Alltag oft unhandlich. Sie kippt, sie liegt nicht ruhig am Körper, sie lässt sich schwer organisieren. Auf Instagram wirkt sie cool, edgy, retro – im echten Leben ist sie eher anspruchsvoll.
Eine Tasche für Looks, nicht für lange Tage.
5. Bottega Veneta Mini Jodie
Soft, luxuriös, wunderschön – und trotzdem limitierend.
Die Mini Jodie ist ein Traum aus Leder, keine Frage. Aber das ikonische Knotendetail ist gleichzeitig ihr größtes Problem. Die Öffnung ist klein, das Handling mühsam, das Volumen stark begrenzt. Für schnelle Erledigungen perfekt – für einen echten Alltag oft zu umständlich.
Mein persönliches Fazit
Ich bin keine Sammlerin. Ich kaufe Taschen, um sie zu tragen. Um sie zu nutzen. Um sie in mein Leben zu integrieren.
Instagram zeigt uns die Idee von Luxus – der Alltag entscheidet, ob er bleibt. Eine teure Tasche darf schön sein, ja. Aber sie muss auch funktionieren. Sonst ist sie nur Dekoration.
Deshalb bleiben bei mir nur Taschen, die:
-
Platz für mein echtes Leben haben
-
nicht geschont werden müssen
-
mich nicht stressen
-
und immer wieder gern getragen werden
Alles andere darf weiterziehen. Und das ist kein Verlust – sondern eine Entscheidung.
Credits:
Getty Images